100 Jahre elenia-Institut: Wie Braunschweig zur Hochburg der Elektrotechnik wurde
Gerdi Baum100 Jahre elenia-Institut: Wie Braunschweig zur Hochburg der Elektrotechnik wurde
Das elenia-Institut für Hochspannungstechnik und Energiesysteme in Braunschweig feiert 2025 sein 100-jähriges Jubiläum. Gegründet in den 1920er-Jahren, entwickelte sich das Institut unter der Leitung von Professor Erwin Marx zu einem zentralen Standort der Elektrotechnik, dessen Innovationen seinen frühen Ruf prägten.
Die Wurzeln des Instituts reichen bis zu Marx’ Berufung zurück, durch die an der Universität eine eigenständige Abteilung für Elektrotechnik entstand. 1929 festigte ein Neubau mit modernsten Laboren und einer Hochspannungshalle Braunschweig als führenden Forschungsstandort. Marx’ Beiträge umfassten die Erfindung des Marx-Generators, einer Vorrichtung zur Prüfung der Spannungsfestigkeit von Isoliermaterialien, sowie eine Alternative zu Quecksilberdampf-Gleichrichtern für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ).
Während des Dritten Reichs leitete Marx 55 elektrotechnische Institute und steuerte Forschung, die für die Kriegswirtschaft entscheidend war. Nach 1945 verlagerte sich der Fokus auf Kunststoffisolierung, Schaltanlagen-Technik und elektromagnetische Verträglichkeit. Heute widmet sich das Institut vor allem der Integration erneuerbarer Energien, Ladesystemen für Elektrofahrzeuge und der Analyse von Schaltgeräten. Beim jüngsten Festkolloquium „elenia 100“ blickt Professor Christian Kehrt auf das wissenschaftliche Erbe des Instituts im Vorfeld des Jubiläums zurück.
Die Geschichte des elenia-Instituts reicht von Pionierleistungen in der Hochspannungstechnik bis zu aktuellen Herausforderungen der nachhaltigen Energieversorgung. Seine Forschung bleibt prägend für zentrale Fragen der Elektrotechnik und festigt seine Rolle als bedeutende Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie.