15 December 2025, 19:28

100 Jahre nach der Flucht: Irene Bomblats bewegendes Schicksal in Soltau

Ein Collage-Bild mit Menschen und Flugzeugen.

100 Jahre nach der Flucht: Irene Bomblats bewegendes Schicksal in Soltau

Lauter Fluchtgeschichten, die in Soltau enden

Am Freitag wird Irene Bomblat in Soltau 100 Jahre alt – als Mädchen erlebte sie die Zwangsumsiedlung der Baltendeutschen: Ausstellung beleuchtet solche Schicksale

Eine neue Ausstellung in Soltau erzählt die persönlichen Geschichten von Geflüchteten, die über die Jahrzehnte in der Region eine neue Heimat fanden. Unter dem Titel „Sieh mich an – Das Gesicht der Flucht“ kommen Überlebende des Zweiten Weltkriegs, der Balkankriege und jüngerer Konflikte zu Wort. Zu den Stimmen gehört auch Irene Bomblat, eine 100-jährige Frau, die als Jugendliche aus Lettland floh und später in der Region sesshaft wurde.

Irene Bomblat wurde 1925 in Riga geboren und feiert am 28. November 2025 ihren 100. Geburtstag in Soltau. Ihr Leben war von Vertreibung während des Krieges geprägt: Dreimal musste sie fliehen, bevor sie in Sicherheit war. Zuerst gelangte sie nach Gotenhafen, dann in den Warthegau und später nach Wörlitz. Schließlich überquerte sie die „grüne Grenze“ in die westdeutschen Gebiete und fand bei Verwandten in Schneverdingen Unterschlupf.

Die Wanderausstellung versammelt Biografien von Menschen, deren Leben durch Flucht geprägt wurde, und bietet so eine lokale Perspektive auf globale Krisen. Besucher können direkt von Betroffenen wie Bomblat hören, deren Weg die Kämpfe vieler widerspiegelt, die in Soltau Schutz suchten. Das Museum hat noch keine Details zu allen Teilnehmenden oder deren aktuellem Verbleib veröffentlicht.