09 May 2026, 14:32

AfD-Politiker Tillschneider attackiert deutsche "Schuldkultur" in provokanter Rede

Titelbild einer 1940er-Ausgabe der 'Deutschen Kolonial-Zeitung' mit einem Foto von Adolf Hitler, umgeben von Menschen mit Mützen.

AfD-Politiker Tillschneider attackiert deutsche "Schuldkultur" in provokanter Rede

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hielt eine Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Seine Äußerungen stellten die historische Nachkriegsnarrative des Landes infrage und griffen in scharfen Worten die von ihm so bezeichnete „Schuldkultur“ an.

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Tillschneider räumte zwar das Ende der NS-Herrschaft ein, deutete die militärische Totalniederlage Deutschlands jedoch als Verlust kulturellen Territoriums. Er sprach von einer „Amputation riesiger deutscher Kulturlandschaften“ und wies die berühmte Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985 als „geistige Kapitulation“ zurück.

Er warf den Deutschen vor, sich im Nachhinein auf die Seite der alliierten Siegermächte zu stellen, um sich der Auseinandersetzung mit der Schuld zu entziehen. Mit Formulierungen wie „absurde Schuldkultur“ und „eingebildete Kollektivschuld“ lehnte er das vorherrschende geschichtliche Verständnis ab. Stattdessen forderte er eine „normale deutsche Identität“ und zitierte dabei Franz Josef Strauß’ Warnung vor einer „ewigen Vergangenheitsbewältigung als dauernde Buße“.

Der AfD-Politiker behauptete, die Vision seiner Partei führe zu einer „stolzen Zukunft“ statt zu dem, was er als geistige Isolation bezeichnete. In seiner Rede positionierte er die AfD als eine Kraft, die die nationale Identität jenseits des Erbes des Zweiten Weltkriegs neu definieren wolle.

Tillschneiders Äußerungen sind Teil der breiteren Bemühungen der AfD, das deutsche Geschichtsbild umzugestalten. Seine Ablehnung der etablierten Narrative von Schuld und Niederlage entspricht dem Bestreben der Partei, eine andere Deutung der Vergangenheit durchzusetzen. Die Rede unterstreicht die anhaltenden Debatten darüber, wie das Land mit seiner Geschichte umgehen soll.

Quelle