23 March 2026, 16:30

Apobank warnt: Deutschlands Arzneimittelversorgung am Scheideweg durch Onlinehändler und Handelsketten

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma Amerikaner im Jahr 2022 zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Apobank warnt: Deutschlands Arzneimittelversorgung am Scheideweg durch Onlinehändler und Handelsketten

Deutschlands Arzneimittelversorgung steht am Scheideweg – das warnt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in drastischen Worten. Bankchef Matthias Schellenberg betont, dass anstehende politische Entscheidungen über die Zukunft des Sektors entscheiden werden. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der lokale Apotheken unter wachsendem Druck durch Onlinehändler und große Einzelhandelsketten geraten.

In den vergangenen fünf Jahren haben Onlineapotheken ihren Marktanteil in Deutschland rasant ausgebaut. Digitalisierung und neue Vertriebskanäle befeuern ihr Wachstum, während gleichzeitig große Handelsketten im Bereich der rezeptfreien Medikamente an Boden gewinnen. Diese Entwicklung verschärft den Wettbewerb und setzt traditionelle Präsenzapotheken zunehmend unter Druck.

Schellenberg warnt seit Langem vor den Risiken dieses Trends. Ein weiteres Schwächen des Netzes lokaler, fachlich geführter Apotheken wäre seiner Meinung nach leichtsinnig. Denn diese Betriebe spielten eine zentrale Rolle für die Arzneimittelsicherheit und die fachkundige Beratung von Patientinnen und Patienten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Apobank-Chef mahnt zudem vor einer zunehmenden Kommerzialisierung des Pharmamarktes. Apotheken müssten als unverzichtbare Gesundheitsinfrastruktur behandelt werden – und nicht als reine Verkaufsstellen. Seine Forderungen nach politischem Handeln stoßen bei den Landesregierungen auf Unterstützung, viele von ihnen teilen die Sorgen der Branche. Unklar bleibt jedoch, welche konkreten Anliegen im laufenden Gesetzgebungsverfahren aufgegriffen werden.

Schellenberg appelliert an die Politik, die Warnungen der Apotheker ernst zu nehmen. Ohne Gegensteuer drohten seiner Ansicht nach die Zuverlässigkeit der Arzneimittelversorgung und die Beratungsqualität zu leiden. Seine Aussagen spiegeln die weitverbreitete Sorge in der Branche wider, dass Online- und Versandapotheken langfristig die Standards der Patientenversorgung gefährden könnten.

Die Zukunft der deutschen Arzneimittelversorgung liegt nun in den Händen der Gesetzgeber. Zwar signalisieren Vertreter der Länder Bereitschaft, die Regularien zu überprüfen, doch greifbare Änderungen stehen noch aus. Für Schellenberg und viele in der Branche ist die Lage klar: Lokale Apotheken müssen als Grundpfeiler einer sicheren und fachkompetenten Gesundheitsversorgung erhalten bleiben.

Quelle