Autofreies Berlin: Warum der radikale Plan für den S-Bahn-Ring scheiterte
Catrin KabusAutofreies Berlin: Warum der radikale Plan für den S-Bahn-Ring scheiterte
Ehrgeiziger Plan für autofreies Berlin innerhalb des S-Bahn-Rings gescheitert
Ein kühner Vorstoß, den Autoverkehr innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings drastisch einzuschränken, ist gescheitert. Die Initiative „Autofreies Berlin“ verfehlte die notwendige Anzahl an Unterschriften bis zum Stichtag am 8. Mai. Die Organisatoren hatten gehofft, die Innenstadt durch ein weitgehendes Verbot privater Fahrzeuge zu revolutionieren.
Das Vorhaben sah vor, fast alle Autos aus dem vom S-Bahn-Ring umschlossenen Gebiet zu verbannen. Ausnahmen sollten nur Rettungsfahrzeuge, Taxis, Busse und kleine Elektrofahrzeuge gelten. Anwohner hätten jährlich zwölf selbst gewählte Tage erhalten, an denen sie uneingeschränkt Auto fahren dürfen.
Die Kontrolle wäre streng und regelmäßig erfolgt, um Zuwiderhandlungen zu unterbinden. Zudem waren Ausnahmen für Gewerbefahrzeuge vorgesehen, die fast ein Viertel der innerhalb des Rings zugelassenen Fahrzeuge ausmachen. Die Befürworter betonten, sie hätten alle Szenarien bedacht und nur jene Autos eingeschränkt, die realistisch durch Fahrräder oder öffentliche Verkehrsmittel ersetzt werden könnten.
Kritiker wiesen jedoch darauf hin, dass das Autoverbot vor größeren Infrastrukturverbesserungen in Kraft getreten wäre. Eine Umfrage im Januar ergab, dass 59 Prozent der Berliner dafür waren, Autospuren in Bus- oder Straßenbahntrassen umzuwandeln, um den ÖPNV zu beschleunigen. Gleichzeitig sprachen sich 67 Prozent für strengere Parkregeln aus, um zu verhindern, dass große, schwere Fahrzeuge zu viel Platz beanspruchen.
Mit dem Scheitern der Initiative bleibt es vorerst bei den bisherigen Verkehrsregelungen in Berlin. Die Debatte, wie Autoverkehr, öffentlicher Nahverkehr und Radfahren in Einklang zu bringen sind, geht indes weiter. Der S-Bahn-Ring bleibt vorerst für alle Fahrzeuge wie bisher befahrbar.






