30 March 2026, 20:34

Berlin führt 2028 eine umstrittene Ausbildungsabgabe für Unternehmen ein

Logo der Berliner Finanzinitiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster und der schwarzen Schrift "Berliner Finanzinitiative" in fetter Schrift.

Berlin führt 2028 eine umstrittene Ausbildungsabgabe für Unternehmen ein

Berlin führt eine neue Ausbildungsabgabe ein, um Unternehmen zu mehr Lehrstellen zu verpflichten. Ab 2028 müssen Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent erfüllen – oder in einen Fonds einzahlen. Mit der Maßnahme soll die niedrige Ausbildungsbeteiligung in der Stadt angegangen werden, die 2023 unter den bundesweiten Durchschnitt fiel.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat die Abgabe kürzlich beschlossen. Sie bestraft Unternehmen, die zu wenige Ausbildungsplätze anbieten. Firmen, die die 4,6-Prozent-Marke verfehlen, zahlen in einen Topf ein, aus dem jährlich voraussichtlich rund 75 Millionen Euro generiert werden sollen. Kleinere Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden sind von der Regelung ausgenommen.

Kritik kommt vor allem von Startup-Gründern. Ralph Hage von Lap Coffee, das auf Automatisierung und moderne Lernsysteme setzt, nannte die Abgabe ein "falsches Signal" der Stadt. Marius Meiners von Peec AI räumte ein, sein Team habe schlicht keine Kapazitäten für Auszubildende und ziehe die Strafe vor. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, argumentierte, die Regelung treffe Startups unfair, deren Geschäftsmodelle nicht zu klassischen Berufsausbildungen passten.

Eine andere Perspektive brachte Agnieszka Walorska ein, Gründerin des Fintech-Startups Mika. Sie sieht das Problem nicht bei Unternehmen, die keine Ausbildungsplätze schaffen, sondern bei mangelndem Interesse junger Menschen an traditionellen Ausbildungsberufen.

Die Abgabe tritt 2028 in Kraft und zwingt größere Berliner Unternehmen, entweder mehr auszubilden oder finanzielle Konsequenzen zu tragen. Mit einer aktuellen Ausbildungsquote von 3,1 Prozent – deutlich unter dem Bundesdurchschnitt – hoffen die Behörden, die Lücke damit zu schließen. Die Maßnahme hat unter Wirtschaftsvertretern bereits eine Debatte über ihre Fairness und Wirksamkeit ausgelöst.

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