Borkum bekommt erstes Regionales Versorgungszentrum der ostfriesischen Inseln
Herbert RennerBorkum bekommt Versorgungszentrum - Telemedizin im Fokus - Borkum bekommt erstes Regionales Versorgungszentrum der ostfriesischen Inseln
Borkum wird erste ostfriesische Insel mit Regionalem Versorgungszentrum (RVZ)
Borkum soll die erste ostfriesische Insel mit einem Regionalen Versorgungszentrum (RVZ) werden. Das mit fast einer Million Euro Landesmitteln geförderte Projekt zielt darauf ab, die medizinische Versorgung und das Gemeinschaftsleben zu verbessern. Entwicklungsministerin Melanie Walter (SPD) reiste persönlich auf die Insel, um die Pläne vorzustellen.
Das RVZ entsteht innerhalb des bestehenden Borkumer Krankenhauses und wird zwei Hausärztinnen oder Hausärzte beherbergen. Sein Ziel ist die langfristige Sicherung der ärztlichen Versorgung für Einwohner und Gäste. Neben Sprechstunden sollen dort Beratungsangebote gebündelt werden, die bisher über die Insel verteilt sind.
Auch die Telemedizin spielt eine zentrale Rolle: Sie soll Facharztbehandlungen auf dem Festland überflüssig machen und so Reisen dorthin reduzieren. Die Landesregierung erhofft sich dadurch gleiche Lebensbedingungen für Insulaner und Festlandbewohner. Doch das RVZ ist mehr als nur eine medizinische Einrichtung – es wird auch als Begegnungsstätte dienen. Geplant sind Vorträge, Fitnesskurse und sogar Theateraufführungen. Bürgermeister Jürgen Akkermann nannte das Projekt einen "wichtigen Schritt zur Stärkung der Daseinsvorsorge und Gesundheitsversorgung auf Borkum".
Beamte sehen in dem Zentrum ein mögliches Vorbild für andere abgelegene Regionen, darunter auch die Nordseeinseln. Bisher habe jedoch keine andere ostfriesische Insel Interesse an einem ähnlichen Modell signalisiert, hieß es aus dem Ministerium.
Die Zusage von 930.000 Euro markiert den Startschuss für ein neues Versorgungskonzept auf Borkum. Das RVZ vereint medizinische Leistungen, Telemedizin und Gemeinschaftsangebote unter einem Dach. Bei Erfolg könnte es als Modell für andere ländliche und Inselregionen mit ähnlichen Herausforderungen dienen.