Braunschweiger Forscher entschlüsseln mit Hightech die Geheimnisse von Alzheimer und Parkinson
Gerdi BaumBraunschweiger Forscher entschlüsseln mit Hightech die Geheimnisse von Alzheimer und Parkinson
Großes Forschungsprojekt der Technischen Universität Braunschweig entschlüsselt Alterserkrankungen des Gehirns
An der Technischen Universität Braunschweig läuft ein wegweisendes Forschungsvorhaben, das die Geheimnisse altersbedingter Hirnerkrankungen lüften soll. Unter dem Namen Ing4Life arbeiten Wissenschaftler aus den Bereichen Ingenieurwesen, Neurowissenschaft und Medizin zusammen, um hochmoderne Werkzeuge zur Erforschung von Nervenzellen zu entwickeln. Ziel ist es, neurodegenerative Erkrankungen früher zu erkennen und zu verstehen, wie sie die normale Gehirnfunktion stören.
Ing4Life ist Teil des universitären Forschungsschwerpunkts "Engineering for Health", der Fachwissen aus Biologie, Pharmazie, Physik und Informatik vereint. Das Team erstellt eine detaillierte Datenbank, die den Stoffwechsel gesunder Nervenzellen mit dem von Zellen vergleicht, die von Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson betroffen sind. Durch die Analyse dieser Unterschiede hoffen die Forscher, neue biologische Marker zu identifizieren, die frühe Stadien von Degeneration anzeigen könnten.
Das Projekt entwickelt zudem miniaturisierte "Labore auf einem Chip" für Nervenzellen, die mit winzigen Elektroden ausgestattet sind, um elektrische Aktivität mit hoher Präzision zu messen. Ein weiterer wichtiger Fortschritt sind kompakte Lichtmodule, mit denen Wissenschaftler Nervenzellen unter dem Mikroskop beobachten und stimulieren können. Diese Instrumente sollen aufdecken, wie Zellen ihr inneres Gleichgewicht aufrechterhalten – und warum dieser Prozess bei Erkrankungen versagt.
Die Zusammenarbeit steht im Mittelpunkt der Initiative. Ing4Life kooperiert mit Einrichtungen wie dem Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS), dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Bis Februar 2026 wird das Projekt 12 internationale Partner umfassen, vor allem aus den USA, Großbritannien und der Schweiz, und damit über Deutschland hinaus wirken.
Das Vorhaben Ing4Life verbindet Spitzentechnologie mit interdisziplinärer Forschung, um neurodegenerative Erkrankungen zu bekämpfen. Die entwickelten Werkzeuge – von Stoffwechseldatenbanken bis hin zu Mikrochiplaboren – könnten neue Einblicke liefern, wie diese Krankheiten entstehen. Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse zu früherer Diagnostik und zielgerichteteren Therapien in der Zukunft führen.






