24 January 2026, 16:46

Braunschweigs neuer Uwe-Jordan-Platz entfacht Debatte über Frauen-Ehrungen

Ein Denkmal mit Inschrift steht auf einem Stadtplatz, umgeben von Gebäuden, Straßenlaternen, Schildern, Tischen, Stühlen und Menschen, mit dem Himmel im Hintergrund.

Braunschweigs neuer Uwe-Jordan-Platz entfacht Debatte über Frauen-Ehrungen

Ein neu gestalteter Platz an der Hochstraße in Braunschweig trägt nun den Namen von Uwe Jordan, dem langjährigen Bezirksbürgermeister der Stadt. Die Entscheidung fiel nach einer knappen Abstimmung, bei der sich der Vorschlag der SPD nur knapp gegen alternative Namensideen durchsetzte. Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, wie lokale Persönlichkeiten – darunter auch Frauen, die die Stadtgeschichte geprägt haben – angemessen gewürdigt werden können.

Uwe Jordan engagierte sich über 25 Jahre für das Östliche Ringgebiet in Braunschweig, davon 18 Jahre als Bezirksbürgermeister. Sein langjähriger Einsatz veranlasste die SPD, die Umbenennung des Platzes zu seinen Ehren voranzutreiben. Der Antrag wurde schließlich angenommen – wenn auch mit knapper Mehrheit.

Die Grünen hatten einen anderen Vorschlag eingebracht: den Platz nach Agnes Pockels zu benennen, einer wegweisenden Wissenschaftlerin, die in Braunschweig geboren wurde. Trotz ihrer bahnbrechenden Arbeit auf dem Gebiet der Oberflächenchemie trägt bisher kein öffentlicher Ort in der Stadt ihren Namen. Die bestehende Pockelsstraße etwa ist nicht nach ihr benannt, und ein früherer Antrag, einen Platz nach ihr zu benennen, war zugunsten einer anderen Persönlichkeit abgelehnt worden. Andere Städte wie München und Hilden haben sie bereits mit Straßen und Denkmälern geehrt. Als Kompromiss schlugen die Grünen vor, drei benachbarte Orte umzubenennen – jeweils einer für Uwe Jordan, Agnes Pockels und Käthe Buchler, eine weitere bedeutende lokale Persönlichkeit. Ihre Argumentation verwies auf ein Ungleichgewicht bei Braunschweigs Ehrungen: 89 Prozent der nach Personen benannten Straßen und Plätze sind Männern gewidmet, nur 11 Prozent Frauen. Agnes Pockels überwand als Wissenschaftlerin in ihrer Zeit erhebliche Hürden, und ihr Werk wirkt bis heute nach – doch Braunschweig hat ihr Erbe bisher nicht offiziell gewürdigt. Mögliche Optionen für eine künftige Anerkennung wären ein Platz, ein Park oder eine neue Straße, wobei Doppelungen mit bestehenden Namen vermieden werden sollten.

Der Platz an der Hochstraße trägt nun offiziell den Namen Uwe Jordans und würdigt damit sein jahrzehntelanges öffentliches Engagement. Die Diskussionen darüber, wie Agnes Pockels und andere Frauen in Braunschweigs öffentlichem Raum angemessen gewürdigt werden können, werden voraussichtlich weitergehen. Die aktuellen Statistiken zur Namensvergabe in der Stadt zeigen, dass es einen größeren Bedarf an Repräsentation von Frauen bei den Ehrungen gibt.