21 December 2025, 19:19

Brute Tenderness

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Brute Tenderness

Roh und zärtlich zugleich

Der queere Fotograf Ashkan Shabani stammt aus dem Iran. In seinen Werken prallen Verletzlichkeit und Gewalt, politische Bilder und eine wütende Dynamik aufeinander.

Eine beeindruckende Fotoausstellung des iranischen queeren Künstlers Ashkan Shabani hat in Berlin für Aufsehen gesorgt. Seine Serie „Queer. Leben. Freiheit“ verbindet rohe Emotionen mit politischem Widerstand. Die Werke waren von Oktober 2024 bis Januar 2025 im Schwulen Museum zu sehen.

Shabani floh aus dem Iran, nachdem seine Familie sich von ihm losgesagt hatte und die Behörden ihn zum Tode verurteilten. Seine Flucht nach Deutschland bildete den Ausgangspunkt für diese tief persönliche Serie. Die Fotografien verbinden Zärtlichkeit mit brutalen Bildern – sanfte Berührungen stehen neben blutigen Entenköpfen, während ekstatische Tänzer:innen mit in Rot getränkten Protestierenden kontrastieren.

Der Titel „Queer. Leben. Freiheit“ spiegelt die iranische Bewegung „Frau. Leben. Freiheit“ wider und verknüpft queere Kämpfe mit dem größeren Ruf nach Gleichberechtigung. Shabanis Herangehensweise ist geprägt von Susan Sontags „Über Fotografie“, das untersucht, wie Bilder Sterblichkeit und Verletzlichkeit offenbaren. Seine Arbeiten zwingen Betrachter:innen, sowohl Schönheit als auch Gewalt im Kampf um Befreiung zu konfrontieren.

Die Ausstellung endete im Januar 2025 und hinterlässt ein kraftvolles Zeugnis von Widerstand und Überleben. Shabanis Fotografien fordern das Publikum auf, queeres Dasein als zugleich verletzlich und ungebrochen zu sehen. Die Serie steht als Mahnmal für den anhaltenden Kampf um Freiheit – im Iran und weltweit.