Bühnenarbeiter kämpfen bei 36 Stage XL für faire Verträge und Lohnsicherheit
Catrin KabusBühnenarbeiter kämpfen bei 36 Stage XL für faire Verträge und Lohnsicherheit
Bühnenarbeiter der Berliner Firma 36 Stage XL kämpfen für faire Arbeitsbedingungen
Mitarbeiter des Berliner Unternehmens 36 Stage XL, unterstützt von der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft FAU, protestieren gegen prekäre Arbeitsverträge und unbezahlte Krankheitstage. Ihre Kampagne lenkt den Blick auf die anhaltenden Missstände in der Live-Event-Branche.
Vojta C. arbeitete als Bühnenarbeiter bei 36 Stage XL, einem auf Bühnenbau für große Berliner Veranstaltungsorte spezialisierten Unternehmen. Anfangs war er in einem Minijob mit einer festen Anzahl wöchentlicher Schichten beschäftigt. Nach einer Krankheit, die ihn mehrere Wochen arbeitsunfähig machte, verweigerte ihm das Unternehmen die Bezahlung für die ausgefallenen Einsätze.
Auch German Garcia war über einen befristeten Vertrag ohne garantierte Schichten beschäftigt. Als er krankheitsbedingt ausfiel, erhielt er keine Entschädigung – eine finanzielle Belastung, die sein Fall exemplarisch für die problematischen Beschäftigungspraktiken des Unternehmens macht.
Als Reaktion gründeten die Mitarbeiter eine Betriebsgruppe innerhalb der FAU, um sich für unbefristete Verträge, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und bessere Sicherheitsstandards einzusetzen. Ein von der Gewerkschaft in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten deutet darauf hin, dass die Verträge des Unternehmens möglicherweise rechtswidrig sind. Vojta C. reichte später eine Klage gegen seine ungerechtfertigte Entlassung ein und erzielte eine Abfindungsregelung, arbeitet jedoch nicht mehr für das Unternehmen.
Die FAU hat inzwischen die Kampagne "Stage Workers United" gestartet, eine Online-Initiative, die über Arbeitsrechte und Arbeitsschutz informiert. Die Gewerkschaft setzt auf öffentliche Druckausübung und betriebliche Organisierung als entscheidende Schritte – trotz der weiterhin verbreiteten Ausbeutung in der Branche.
Der Konflikt bei 36 Stage XL rückt die instabilen Arbeitsbedingungen in der Eventbranche in den Fokus. Die Beschäftigten fordern weiterhin faire Bezahlung, Jobsecurity und rechtlichen Schutz. Mit ihrer Kampagne will die FAU auch anderen Arbeitnehmern in Berlins Live-Event-Sektor, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, Unterstützung bieten.






