Collien Fernandes bricht ihr Schweigen über digitale Gewalt und Deepfakes
Alex TintzmannCollien Fernandes bricht ihr Schweigen über digitale Gewalt und Deepfakes
Schauspielerin Collien Fernandes hat sich über die verheerenden Folgen digitaler Gewalt geäußert, nachdem sie selbst Opfer von Fake-Profilen und KI-generierten Deepfakes wurde. In einem Interview mit dem Spiegel schilderte sie, wie ihr Gesicht ohne ihre Zustimmung in expliziten Videos und erfundenen Geschichten verwendet wurde. Ihre Schilderungen lösten eine Welle der Empörung aus – Zehntausende protestieren seitdem für besseren Schutz.
Fernandes berichtete, wie Unbekannte in ihrem Namen gefälschte Profile mit manipulierten Fotos, Videos und erotischen Geschichten erstellt hätten. Besonders bedrohlich sei der Einsatz von Deepfake-Technologie, bei der ihr Gesicht mithilfe von KI auf fremde Körper montiert wurde. Die psychologischen Folgen seien verheerend, erklärte sie: Betroffene verlören das Vertrauen, lebten in ständiger Angst und fühlten sich ohnmächtig.
Die Schauspielerin betonte, dass digitale Gewalt keineswegs nur Prominente treffe. Jede Frau könne zum Ziel werden – doch rechtliche Lücken ließen viele schutzlos zurück. Als Vorbild nannte sie Spanien, wo Polizei und Schulen systematisch im Umgang mit solchen Fällen geschult würden. Fernandes forderte dringend Reformen: klare Regelungen, verpflichtende Fortbildungen für Ermittlungsbehörden, Präventionsprogramme an Schulen und wirksame Strafen für Täter.
In einer Podiumsdiskussion zum Thema räumten die Journalistin Caren Miosga und Justizministerin Stefanie Hubig zwar politischen Willen ein, die digitale Gewalt zu bekämpfen. Doch die Umsetzung gestalte sich schwierig. Miosga bezeichnete das Problem als systemisch: Unklare Zuständigkeiten zwischen sozialen Plattformen, Polizei und Gerichten erschwerten die Lösung. Fernandes warnte, dass ohne Reformen digitale Gewalt weiter unsichtbar bleibe – und Täter straffrei handelten.
Der Fall hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Bei Demonstrationen in ganz Deutschland wird mehr Schutz gefordert. Fernandes' Appelle zielen auf rechtliche und institutionelle Änderungen, um die Lücken zu schließen, die Opfer derzeit schutzlos zurücklassen. Die Regierung steht nun unter Druck, aus politischen Absichten konkrete Taten folgen zu lassen.






