Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck Deutschland für immer veränderte
Catrin KabusIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck Deutschland für immer veränderte
Der "Tag von Potsdam" am 21. März 1933 wurde zu einem Wendepunkt der deutschen Geschichte. Er markierte den Übergang von der Weimarer Republik in die nationalsozialistische Diktatur. Die Veranstaltung fand in der Garnisonkirche zu Potsdam statt, wo Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg sich mit einem symbolträchtigen Händedruck begegneten.
Der Tag gilt heute weithin als Geburtsstunde des Dritten Reiches. Gleichzeitig umfasste er eine Gedenkfeier für die Opfer des NS-Regimes – ein Widerspruch, der die Ambivalenz des Anlasses unterstreicht.
Die Garnisonkirche selbst war bereits lange vor ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von tiefer historischer Bedeutung geprägt. Nach dem Krieg diente ihre Ruine als Kapelle, doch 1968 ließ die DDR-Führung das Bauwerk vollständig abreißen.
Jahrzehnte später begannen die Bemühungen um einen Wiederaufbau, getragen von der Stiftung Wiederaufbau Garnisonkirche Potsdam. Die Arbeiten verzögerten sich immer wieder, unter anderem durch winterliche Wetterbedingungen. Die Montage der Turmkuppel soll nun nach Ostern 2026 beginnen.
Das Projekt ist umstritten. Kritiker, darunter linke Gruppen, lehnen die Wiedererrichtung wegen der Verbindung zum "Tag von Potsdam" 1933 ab. Befürworter wie das 2004 gegründete Bündnis "Ruf aus Potsdam" unter der Führung von Wolfgang Huber betonen dagegen die historische und kulturelle Bedeutung des Ortes. Der Händedruck zwischen Hitler und Hindenburg bleibt eines der prägendsten Bilder vom Aufstieg des NS-Regimes.
Der Wiederaufbau der Garnisonkirche spaltet bis heute die Meinungen. Ihre Geschichte ist untrennbar mit dem "Tag von Potsdam" verbunden – einem Moment, der Deutschland veränderte. Das Gebäude wird künftig sowohl als Mahnmal als auch als Erinnerung an die komplexe Vergangenheit des Landes stehen.






