26 March 2026, 10:31

Deutschland gibt 108 Milliarden für Verteidigung aus – doch Merz warnt: "Wir können uns nicht selbst verteidigen"

Offenes Buch mit handgeschriebenen deutschen Militärtagebucheinträgen aus dem frühen 20. Jahrhundert, enthaltend Text- und numerische Daten.

Deutschland gibt 108 Milliarden für Verteidigung aus – doch Merz warnt: "Wir können uns nicht selbst verteidigen"

Deutschlands Verteidigungsausgaben sind auf den höchsten Stand seit dem Kalten Krieg gestiegen und erreichten 2026 über 108 Milliarden Euro. Bundeskanzler Friedrich Merz hat offen eingeräumt, dass das Land sich derzeit nicht selbst verteidigen könne, und die militärische Einsatzbereitschaft zur obersten Priorität der Regierung erklärt.

Die Ausgaben für Verteidigung haben sich seit 2023 fast verdreifacht: von einem deutlich niedrigeren Niveau auf 82,69 Milliarden Euro im regulären Haushalt, zuzüglich weiterer 25,51 Milliarden aus einem Sondervermögen. Bis 2029 soll das Budget auf jährlich 152 Milliarden Euro steigen. Dieser rasche Anstieg wurde durch eine Grundgesetzänderung im Jahr 2021 ermöglicht, die es erlaubt, Verteidigungsausgaben über 1 Prozent des BIP ohne Schuldenbremse zu tätigen.

Zur Aufstockung gehört ein neues Modell für freiwilligen Wehrdienst mit der Option einer allgemeinen Wehrpflicht sowie Investitionen in Drohnen, Luftabwehr und Munition. Dennoch wächst die Unzufriedenheit unter den Truppen: Die Zahl der Beschwerden stieg von 2.467 im Jahr 2024 auf 2.819 im Jahr 2025.

In einer Rede zur nationalen Sicherheit betonte Merz, dass Deutschlands Stärke im Ausland von der inneren Stabilität abhängt. Die meisten Herausforderungen des Landes bezeichnete er als selbstverschuldet und betonte, sie ließen sich durch eigenes Handeln lösen. Eine starke Wirtschaft und Arbeitsplatzsicherheit seien entscheidend, um Einfluss in Europa und weltweit zu wahren, so der Kanzler.

Seine bewusste Wortwahl "handlungsfähig werden" unterstrich, dass Deutschland derzeit nicht über die nötigen Mittel zur Selbstverteidigung verfügt. Merz stufte dies als die dringendste Aufgabe der Bundesregierung in "herausfordernden Zeiten" ein.

Mit dem Ausgabenanstieg gehört Deutschland zu den NATO-Staaten mit den am schnellsten wachsenden Verteidigungshaushalten. Bei weiteren geplanten Steigerungen liegt der Fokus auf der Modernisierung der Streitkräfte und der Lösung interner militärischer Probleme. Merzs Äußerungen markieren einen Politikwechsel – weg von der Abhängigkeit von Verbündeten, hin zu mehr Eigenständigkeit.

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