Deutschland sichert Diesel- und Benzinversorgung – doch Golfkonflikt droht Engpässe
Herbert RennerDeutschland sichert Diesel- und Benzinversorgung – doch Golfkonflikt droht Engpässe
Deutschland deckt derzeit fast seinen gesamten Bedarf an Diesel und Benzin aus eigener Produktion. Behörden zufolge bestehe keine akute Gefahr von Kraftstoffengpässen. Dennoch bleiben Bedenken, wie ein anhaltender Konflikt im Golf die globalen Ölströme beeinträchtigen könnte.
Laut der jüngsten Einschätzung des Wirtschaftsministeriums wird der Krieg im Nahen Osten die Ölversorgung vorerst nicht schwerwiegend stören. Aktuell decken deutsche Raffinerien etwa 90 Prozent des Dieselbedarfs und produzieren sogar etwas mehr Benzin, als im Land verbraucht wird. Diese inländische Produktion schützt den Markt vor unmittelbaren Knappheiten.
Ein zentrales Risiko birgt die Straße von Hormus, eine entscheidende Schifffahrtsroute, die durch den Konflikt bereits beeinträchtigt wird. Sollten sich die Spannungen verschärfen, warnt das Ministerium vor möglichen Versorgungslücken ab Ende April oder Mai. Eine weitere Gefahr geht von den US-Ölexporten aus: Zwar sind derzeit keine Einschränkungen geplant, ein plötzlicher Stopp könnte die deutschen Vorräte jedoch stark belasten.
Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen, stellt die Zuversicht der Regierung infrage. Er argumentiert, die Behörden könnten die Wahrscheinlichkeit von US-Exportbeschränkungen unterschätzen. Ein solcher Schritt würde die Kraftstoffverfügbarkeit an deutschen Tankstellen direkt beeinträchtigen.
Die deutschen Raffinerien decken weiterhin den Großteil des heimischen Bedarfs. Doch die Lage hängt davon ab, dass der Golfkonflikt begrenzt bleibt und die US-Exporte stabil fließen. Jede Eskalation in einem der beiden Bereiche könnte das Land in den kommenden Monaten in Richtung Versorgungsengpässe drängen.






