Deutschland will US-Marsflugkörper kaufen – um Europa gegen Russland zu stärken
Catrin KabusDeutschland will US-Marsflugkörper kaufen – um Europa gegen Russland zu stärken
Deutschland drängt auf den Kauf von Marsflugkörpern vom Typ Tomahawk sowie Typhon-Startsystemen aus den USA. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die nachlassende Abschreckungsfähigkeit Europas gegenüber Russland. In Berlin bereiten sich Beamte nun darauf vor, direkt mit Washington zu verhandeln, um das Geschäft unter Dach und Fach zu bringen.
Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass Deutschland beabsichtigt, drei Startanlagen und 400 Tomahawk Block VB-Marsflugkörper zu erwerben. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass der Kauf verfügbarer Systeme weiterhin aktiv geprüft werde. Die Regierung ist sogar bereit, einen Aufpreis zu zahlen, um die Lieferung zu beschleunigen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius plant in Kürze einen Besuch in Washington, um über den möglichen Verkauf zu verhandeln. Die Eile rührt von der Befürchtung her, dass die verringerte militärische Präsenz der USA in Europa eine Lücke in der regionalen Sicherheit hinterlassen hat. Derzeit verfügt Europa über keine bodengestützten Langstreckenraketensysteme, während das Vereinigte Königreich und Frankreich seegestützte Marsflugkörper mit Reichweiten von 1.600 bzw. 1.000 Kilometern einsetzen.
Doch nicht alle glauben an das Gelingen des Vorhabens. Carlo Masala, Professor für internationale Politik, hat die Pläne abgetan und erklärt, Deutschlands Versuch, Tomahawks zu kaufen, werde „nicht funktionieren“.
Sollte der Deal genehmigt werden, würde Deutschland damit eine Langstreckenangriffsfähigkeit erlangen, über die es derzeit nicht verfügt. Ob es dazu kommt, hängt davon ab, ob die Regierung unter Trump dem Verkauf zustimmt. Vorerst setzt Berlin alles daran, eine Lösung zu finden, um die defensive Position Europas zu stärken.






