28 December 2025, 00:56

DLG-Präsident erklärt den europäischen Green Deal für gescheitert – und schlägt radikalen Kurswechsel vor

Ein dichter Wald mit zahlreichen Bäumen und üppiger Vegetation.

DLG-Präsident erklärt den europäischen Green Deal für gescheitert – und schlägt radikalen Kurswechsel vor

Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), hat den europäischen Green Deal als gescheitert kritisiert. Seiner Ansicht nach sollte die Landwirtschaft nun auf selbstgesteuerten Fortschritt setzen statt auf Vorgaben von oben. Sein Vorschlag basiert auf einem neuen Ansatz namens nachhaltiges Produktivitätswachstum, der wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbindet.

Paetow begründet das Scheitern des Green Deals mit mangelnder Kommunikation, unrealistischen Annahmen und einer Überbetonung von Regulierung. Statt auf EU-Politik zu vertrauen, bestehe er darauf, dass echter Wandel von den Betrieben und Unternehmen selbst ausgehen müsse. Innovation, Technologie und digitale Werkzeuge, so Paetow, würden den Weg weisen – nicht Entscheidungen aus Brüssel oder Berlin.

Seine Vision ersetzt den Green Deal durch ein Set zentraler Prinzipien: Wettbewerbsfähigkeit, biologische Vielfalt, Klimastabilität und effizienter Ressourceneinsatz, die alle gleichberechtigt behandelt werden. Fortschritt, argumentiert er, solle nicht nur an der Produktionsmenge, sondern auch am Klimaschutz und an Gewinnen für die Artenvielfalt gemessen werden. Gleichzeitig warnt Paetow, dass Europas Einfluss in der globalen Politik, Wirtschaft und Verteidigung schwinde. Zwar blieben Ernährungssicherheit, Klimaschutz und Biodiversität drängende Themen, doch betont er, dass nun wirtschaftliche und militärische Stärke zu vordringlichen Prioritäten werden müssten. Das Kernproblem Europas sei nicht die Nachhaltigkeit, sondern die Produktivität – und die Zukunft der Landwirtschaft sollten Landwirte gestalten, nicht Politiker.

Der DLG-Präsident verlagert die Verantwortung damit von den Regulierungsbehörden hin zur Branche selbst. Durch produktivitätsorientiertes Wachstum, das nachhaltig und von den Landwirten vorangetrieben wird, will er politischen Einfluss zurückdrängen. Sein Ansatz behält Klimaschutz- und Biodiversitätsziele bei, verknüpft sie jedoch direkt mit wirtschaftlicher Leistung und praktischen Innovationen vor Ort.