Dramatischer Artenschwund: Niedersachsen und Bremen verlieren jedes dritte Tier
Alex TintzmannDramatischer Artenschwund: Niedersachsen und Bremen verlieren jedes dritte Tier
Ein neuer Bericht offenbart einen besorgniserregenden Rückgang der Tierwelt in Niedersachsen und Bremen. Mehr als ein Drittel der heimischen Säugetiere und Heuschrecken ist mittlerweile vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden. Experten nennen Klimawandel, Lebensraumzerstörung und falsche Landnutzung als Hauptursachen der Krise.
Die aktualisierten Roten Listen, erstellt von der Fachgruppe Insekten Niedersachsen und Bremen (fina), zeigen, dass 35 Prozent der untersuchten Säugetierarten gefährdet sind. Besonders betroffen sind Fledermäuse und kleine Säugetiere. Gleichzeitig sind 14 der 53 heimischen Heuschreckenarten bedroht, darunter die kritisch gefährdete Heidegrashüpferin. Zwar haben sich einige wärmeliebende Heuschreckenarten aufgrund steigender Temperaturen ausgebreitet, doch leiden andere unter Lebensraumverlust und Fehlbewirtschaftung.
Nicht alle Nachrichten sind düster. Mehrere Arten, die einst als ausgestorben galten – darunter Luchs, Seehund, Wolf und Biber –, sind in ihre angestammten Lebensräume zurückgekehrt. Der Wolf hat sich sogar so gut erholt, dass er nun als „nicht gefährdet“ eingestuft wird. Dennoch stehen andere Tiere wie der Igel weiterhin auf der Beobachtungsliste, bedroht durch Verkehrsunfälle und robotergesteuerte Rasenmäher. Experten betonen, dass strukturreiche Lebensräume und eine bessere Bewirtschaftung für das langfristige Überleben entscheidend sind. Intensive Landwirtschaft, schrumpfende Nahrungsquellen und Klimaveränderungen treiben weiterhin viele Arten an den Rand des Aussterbens.
Die Ergebnisse zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen für den Artenschutz. Während sich einige Arten erholt haben, stehen andere weiterhin unter starkem Druck. Behörden und Naturschutzorganisationen sehen sich nun vor der Aufgabe, den Lebensraumschutz mit den wachsenden Auswirkungen des Klimawandels und der Landnutzung in Einklang zu bringen.