24 June 2026, 20:22

FDP-Streit eskaliert: Warum ein Junge-Freiheit-Interview die Partei spaltet

Ex-FDP-Justizministerin bezeichnet JF als 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Warum ein Junge-Freiheit-Interview die Partei spaltet

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) hat eine Debatte an Schärfe gewonnen, nachdem ein Interview mit der rechtsextremen Zeitschrift Junge Freiheit geführt wurde. Die ehemalige Staatssekretärin Sabine Döring sagte ihre Teilnahme an einer FDP-Podiumsdiskussion ab und begründete dies mit Vorbehalten gegen die Wahl des Mediums. Der Streit offenbart tiefe Gräben innerhalb der Partei über den Umgang mit umstrittenen Medien.

Auslöser der Kontroverse war ein Interview, das FDP-Generalsekretär Martin Hagen der Jungen Freiheit gab. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerin und linksliberales Parteimitglied, kritisierte diesen Schritt scharf. Sie argumentierte, dass die Zusammenarbeit mit dem Blatt die Gefahr berge, die rechtsextreme AfD zu normalisieren.

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Der Spiegel unterstrich diese Position und bezeichnete das Interview als Bruch einer „journalistischen Brandmauer“. Die Philosophin und ehemalige Staatssekretärin Sabine Döring zog sich daraufhin aus Protest gegen die Plattform der Diskussion von einer FDP-veranstalteten Podiumsrunde zurück.

Hagen verteidigte seine Entscheidung und betonte, die Junge Freiheit sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Er bedauerte, die Gesellschaft habe „verlernt, zu streiten“, und warnte, dass die Vermeidung von Kontroversen die Demokratie gefährde. Gleichzeitig schloss er jede Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus und nannte sie eine „von ethnonationalistischen und antiwestlichen Ideologen dominierte Partei“.

Susanne Seehofer, Mitglied im FDP-Bundesvorstand, unterstützte Hagens Vorgehen. Sie betonte die Bedeutung eines Dialogs jenseits politischer Echokammern, um eine breitere Debattenkultur zu fördern.

Der Konflikt zeigt die Spannungen innerhalb der FDP beim Umgang mit rechtsextremen Medien und Parteien. Während Hagen an seiner Haltung zu offener Auseinandersetzung festhält, lehnt er jede Annäherung an die AfD ab. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, Meinungsfreiheit mit der Gefahr der Legitimierung extremistischer Positionen in Einklang zu bringen.

Quelle