Feuerwerk belastet Tiere: Warum Silvester für Haustiere und Wildtiere zur Qual wird
Herbert RennerFeuerwerk belastet Tiere: Warum Silvester für Haustiere und Wildtiere zur Qual wird
Feuerwerkskörper knallen in Deutschland bereits – obwohl sie offiziell nur an Silvester und Neujahr erlaubt sind
Der Lärm setzt Haustiere und Wildtiere unter Stress und entfacht erneut die Diskussion über den privaten Feuerwerksgebrauch. In diesem Jahr begannen die Verkäufe besonders früh und dauern vier Tage, da der 29. Dezember auf einen Sonntag fällt.
Die jährliche Tradition privater Böller bringt bekannte Probleme mit sich: Hunde und Katzen geraten durch die lauten Knaller oft in Panik, während ihre Besitzer verzweifelt versuchen, sie zu beruhigen. Die Tierärztin Dr. Urte Schulze gibt zu, dass es für Tiere, die unter Feuerwerksstress leiden, keine einfachen Lösungen gibt.
Doch nicht nur Haustiere zahlen einen hohen Preis. Naturschutzverbände wie der Nabu schätzen, dass jährlich zwischen 20.000 und 30.000 Wildtiere – darunter Vögel, Füchse, Igel und Kleinsäuger – verletzt oder getötet werden. Vögel fliehen bis zu 1.000 Meter hoch und zehren dabei lebenswichtige Energiereserven auf, während Fledermäuse und Rehe extremem Stress ausgesetzt sind. Winterschläfer wie Igel können tödlich gestört werden, und Säugetiere riskieren dauerhafte Hörschäden.
Doch die Probleme beschränken sich nicht auf den Tierschutz: Feuerwerk trägt auch zu hohen Feinstaubwerten bei. Jährlich werden Verletzungen bei Menschen gemeldet, darunter abgerissene Finger. Manche erinnern sich noch an die ruhigeren Silvesterabende während der Corona-Pandemie, als Böller verboten waren. Trotz aller Risiken bleibt privates Feuerwerk jedoch tief in der Festkultur verankert.
Der Nabu setzt sich weiterhin für ein vollständiges Verbot ein und verweist auf die Umweltschäden und das Leid der Tiere. Doch vorerst gehen Verkauf und Abbrennen von Feuerwerk weiter – ohne Anzeichen für strengere Regeln.
Die viertägige Verkaufsphase hat begonnen, und die ersten Explosionen sind bereits zu hören. Während viele das Feuerwerk als Silvestertradition akzeptieren, hält die Debatte über die Folgen für Tiere und Umwelt die Gemüter in Bewegung. Für Haustierbesitzer, Wildtiere und Naturschützer steht nun eine weitere laute Nacht bevor.