Finanzkrise bedroht über 600 Apotheken – droht 2025 die Schließungswelle?
Herbert RennerFinanzkrise bedroht über 600 Apotheken – droht 2025 die Schließungswelle?
Deutsche Apotheken kämpfen in einer sich verschärfenden Finanzkrise – bis Ende 2025 könnten über 600 von ihnen schließen müssen. Die Lage hat sich verschärft, weil die gesetzlichen Krankenkassen unter Finanzierungsengpässen leiden und viele Apotheken ums Überleben kämpfen. Nun prüfen die Behörden Notfallmaßnahmen, um den Sektor zu stabilisieren.
Ausgelöst wurde die Krise durch langjährige Streitigkeiten über die Vergütung der Apotheken und die festen Zuschläge, das sogenannte Fixum. Obwohl die Apotheken seit Jahren höhere Zahlungen fordern, sehen die aktuellen Reformpläne keine Anpassung ihrer Entgelte vor – trotz früherer Zusagen. Diese Entscheidung stößt auf scharfe Kritik beim Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV), der warnt, dass die Untätigkeit die finanzielle Not weiter verschärfen werde.
Eine von der Regierung eingesetzte Finanzkommission prüft derzeit mögliche Lösungen; ihre Ergebnisse sollen bis zum 31. März vorliegen. Zu den Vorschlägen gehören Reformen der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), darunter feste Arbeitgeberbeiträge, eine reduzierte Gesundheitsprämie sowie pauschale Zahlungen, die auf einzelne Kassen zugeschnitten sind. Falls die Pläne gebilligt werden, könnten sie bereits im Sommer oder Herbst in Kraft treten.
Doch nicht nur die Apotheken stecken in der Krise: Auch die Krankenkassen selbst kämpfen mit finanziellen Problemen. Deshalb wurde eine Expertengruppe einberufen, die sich mit ihrer Instabilität befasst. deren Erkenntnisse werden voraussichtlich auch die weiteren Reformen beeinflussen, die sowohl Apotheken als auch Versicherer betreffen.
Ohne schnelle Kurskorrektur droht die Zahl der Apothekenpleiten 2025 weiter anzusteigen. Ob die vorgeschlagenen Maßnahmen – wie angepasste Gebühren und Änderungen bei der Kassenfinanzierung – die Schließungswelle noch aufhalten können, hängt vom Ergebnis der Finanzkommission ab. Bis zur März-Frist warten Apotheken und Versicherer nun auf konkrete Beschlüsse.