GKV spart Milliarden durch strengere Arzneimittelpreise bis 2026
Durch strengere Arzneimittelpreisregeln hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Milliarden eingespart. Allein 2024 beliefen sich die Ersparnisse durch Maßnahmen wie ausgehandelte Preise und Pflichtrabatte auf 2,19 Milliarden Euro. Diese Regelungen werden nun bis 2026 verlängert, um einen Anstieg der Beitragssätze für Versicherte zu verhindern.
Die Bundesregierung hält weiterhin an der Preisdeckelung und den Pflichtrabatten für verschreibungspflichtige Medikamente fest, die von der Krankenkasse erstattet werden. Betroffen sind Arzneimittel nach §130a Abs. 3a des Sozialgesetzbuchs (SGB V) sowie Präparate ohne therapeutische Alternativen. Ohne diese Maßnahmen würden die Beitragssätze weiter steigen.
Ein Inflationsausgleichsmechanismus mildert die Belastung für Pharmaunternehmen ab: Für 2025 sind 170 Millionen Euro an Entlastungen vorgesehen, für 2026 werden 79 Millionen Euro erwartet. Unternehmen mit übermäßiger finanzieller Belastung können zudem Befreiungen von den gesetzlichen Rabattpflichten beantragen.
Die Beitragssätze sind bereits von durchschnittlich 3,13 Prozent im Jahr 2023 auf voraussichtlich 2,9 Prozent in 2026 gestiegen. Die offiziellen Schätzungen für 2025 lagen bei 2,5 Prozent, tatsächlich wurden jedoch 2,94 Prozent erhoben. Ohne die Preiskontrollen könnten die Sätze 2026 im Vergleich zu 2025 um weitere 0,4 Prozentpunkte ansteigen.
Mit der Verlängerung der Arzneimittelpreisregelungen soll die Stabilisierung der Beitragssätze im Jahr 2026 gelingen. Andernfalls müssten Versicherte höhere Zuzahlungen leisten. Die Regierung setzt damit auf einen Ausgleich zwischen Kosteneinsparungen für die Kassen und begrenzten Entlastungen für die Pharmaindustrie.






