GTime revolutioniert Bezahlung in der Streaming-Community – und löst Debatten aus
Herbert RennerGTime revolutioniert Bezahlung in der Streaming-Community – und löst Debatten aus
Deutscher Twitch-Streamer GTime erlebt einen steilen Aufstieg an Popularität. Sein Karrierebeginn datiert auf das Jahr 2014, doch der eigentliche Durchbruch gelang ihm erst nach einem Jahr des Durchhaltens und einer strategischen Neuausrichtung seines Contents. Nun sorgt seine Herangehensweise an die Bezahlung seines Editors für eine breitere Debatte in der Streaming-Community.
GTimes Erfolg kam nicht über Nacht. Nach seinem Start auf Twitch im Jahr 2014 kämpfte er ein ganzes Jahr lang um Reichweite, bevor er sein Content-Konzept anpasste und schließlich sein Publikum fand. Sein heutiger Erfolg, so betont er, basiere auch auf der Unterstützung seines Teams – insbesondere auf der Arbeit seines Editors, Enno.
Sein Bezahlmodell für den Editor sorgt für Aufsehen: Enno erhält ein Festgehalt von 4.800 Euro brutto im Monat sowie die Hälfte der Einnahmen des YouTube-Kanals. Als der Streamer gTasty diese Regelung auf TikTok kritisierte, konterte GTime entschlossen. Er argumentierte, dass Menschen nicht wie bloße Ressourcen behandelt werden dürften und Ennos Engagement eine faire Bezahlung verdiene. Seine eigenen Einkünfte aus Twitch, so fügte er hinzu, deckten bereits seinen Lebensunterhalt.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Bezahlung von Editoren für Kontroversen sorgt. Der Streamer Papaplatte geriet bereits früher in die Kritik, weil er seinen Editor unterbezahlte, entschuldigte sich später und einigte sich mit ihm. Die deutsche YouTube- und Twitch-Community bleibt in dieser Frage gespalten. Während einige für Gehaltsobergrenzen plädieren, verweisen andere auf strukturelle Probleme bei der Wertschätzung von Editoren. Branchenberichte zeigen, dass die Bezahlung in den letzten fünf Jahren leicht gestiegen ist – die monatlichen Sätze liegen nun meist zwischen 1.500 und 4.000 Euro, abhängig von Erfahrung und Arbeitsumfang.
GTimes wachsender Einfluss rückt die Vergütung von Editoren in der Gaming-Content-Branche in den Fokus. Sein Modell – eine Kombination aus Festgehalt und Umsatzbeteiligung – hebt sich in einer Branche ab, in der sich Bezahlstandards noch im Wandel befinden. Die Diskussion über faire Löhne für die oft unsichtbaren, aber unverzichtbaren Kräfte hinter den Kulissen wird vorerst nicht abebben.