14 March 2026, 06:59

Günther Jauch kauft Loriots historisches Anwesen am Starnberger See

Ein Restaurantinnenraum mit hölzernen Tischen und Stühlen, großen Fenstern, die eine städtische Straßenszene mit Menschen, Gebäuden und Himmel zeigen, umgeben von Pflanzen und Lichtern.

Günther Jauch kauft Loriots historisches Anwesen am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Domizil von Vicco von Bülow – besser bekannt als Loriot – am Ufer des Starnberger Sees erworben. Der Fernsehmoderator hat bereits in der Vergangenheit kulturelle Denkmäler bewahrt, etwa durch seine Unterstützung bei der Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam. Mit diesem Kauf knüpft er nun an das Erbe eines der beliebtesten Humoristen Deutschlands an.

Loriot, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Der goldene Pirol im Familienwappen inspirierte seinen berühmten Künstlernamen, unter dem er jahrzehntelang veröffentlichte und auftrat.

Sein Durchbruch gelang Loriot in den 1950er-Jahren mit humoristischen Büchern wie Unentbehrliche Anleitung zur Höflichkeit und Glücklich verführt: 20 erprobte Liebestricks von zwei Kennern. Später inszenierte er zwei Kinofilme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Diese Filme sowie seine legendären Sketche festigten seinen Ruf als Meister der deutschen Komödie.

Viele seiner Werke entstanden fernab seines Hauses am Starnberger See. Die Komödie Pappa ante Portas von 1991 nutzte Drehorte in München, Berlin und Hamburg – darunter das Axel-Springer-Hochhaus für eine zentrale Entlassungsszene. Die Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom diente als Kulisse für Renate Lohses Geburtstagsfeier bei ihrer Mutter. Ältere Produktionen wie die Ödipus-Sketche von 1971 oder Die vierzigsechste (1980) wurden in Hamburger Studios gedreht.

Trotz der malerischen Lage seines Anwesens nutzte Loriot es selten als Filmkulisse. Jauchs Kauf könnte eher seiner Bewunderung für den scharfsinnigen Humor des Komikers gelten als dem filmischen Erbe des Hauses. Nun geht das Anwesen in die Hände eines neuen Besitzers über, der sich bereits durch den Schutz von Kulturgut einen Namen gemacht hat.

Der Verkauf leitet ein neues Kapitel für Loriots ehemaliges Seegrundstück ein. Jauchs Engagement lässt erwarten, dass das Anwesen mit derselben Sorgfalt erhalten wird wie seine früheren Restaurierungsprojekte. Loriots Vermächtnis hingegen lebt weiter – in seinen Filmen, Büchern und Sketchen, von denen viele weit entfernt von den ruhigen Ufern des Starnberger Sees entstanden sind.

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