Hannover 96 setzt auf alkoholarmenes Bier gegen Fan-Krawalle im Derby
Catrin KabusNeuer Plan: Alkoholfreies Bier beim Fußball-Derby - Hannover 96 setzt auf alkoholarmenes Bier gegen Fan-Krawalle im Derby
Hannover 96 setzt beim Niedersachsen-Derby auf alkoholarmenes Bier
Beim anstehenden Niedersachsen-Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig wird es im Stadion nur noch Bier mit reduziertem Alkoholgehalt geben. Der Verein will mit dem 2,9-prozentigen Angebot Fanausschreitungen eindämmen – eine Maßnahme, die sich bereits beim Risikospiel gegen Dynamo Dresden in dieser Saison bewährt hat.
Hintergrund ist die verschärfte Sicherheitslage im deutschen Fußball. Bei als gefährlich eingestuften Partien gelten strengere Auflagen: So sind hochprozentige Alkoholika verboten, und die Polizeipräsenz wird erhöht.
Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete, benötigte der Club für den Testlauf gegen Dresden eine Sondergenehmigung der Behörden. Die Verantwortlichen erhoffen sich durch das schwächere Bier eine Deeskalation, da Fans so eine kontrollierte Alternative zu stärkeren Getränken erhalten.
Das Derby zwischen Hannover und Braunschweig ist traditionell konfliktbeladen. In der vergangenen Saison wurden Auswärtsfans bei beiden Begegnungen teilweise ausgeschlossen, nachdem es wiederholt zu Ausschreitungen gekommen war. Die Statistik zeigt zwar einen Rückgang der Vorfälle bei Hannovers Zweitligaspielen um etwa 38 Prozent in den letzten drei Jahren – von 45 (2023) auf 28 (2025). Dennoch liegt die Zahl der Zwischenfälle mit durchschnittlich 20 bis 25 pro Saison über dem Niveau anderer Niedersachsen-Derbys.
Die geltenden Sicherheitsvorschriften für Risikospiele sehen bereits Alkoholverbote und verstärkte Polizeikontrollen vor. Hannovers Pilotprojekt deutet an, dass auch ein weniger restriktiver Ansatz Wirkung zeigen könnte. Nun bleibt abzuwarten, ob die Maßnahme in einer der hitzigsten Rivalitäten der Liga für mehr Ruhe sorgt.
Das 2,9-prozentige Bier wird beim nächsten Heimspiel gegen Braunschweig angeboten. Polizei und Vereinsvertreter werden genau beobachten, wie sich das Verhalten der Fans entwickelt. Bei Erfolg könnte das Modell auf weitere Risikopartien im deutschen Fußball ausgeweitet werden.






