Hapag-Lloyd meidet Hormus-Strasse: Umleitungen und höhere Kosten für Reederei
Catrin KabusHapag-Lloyd meidet Hormus-Strasse: Umleitungen und höhere Kosten für Reederei
Hapag-Lloyd sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, da die steigenden Spannungen im Persischen Golf globale Schifffahrtsrouten beeinträchtigen. Eines der gecharterten Schiffe des Unternehmens, die Source Blessing, wurde kürzlich in der Region von Splittern getroffen, was kostspielige Umleitungen und höhere Versicherungskosten zur Folge hatte.
Dieser Vorfall ereignet sich inmitten einer breiteren Umstellung in der Logistikbranche: Hapag-Lloyd und Maersk leiten ihre Schiffe nun um das Kap der Guten Hoffnung um, um die Straße von Hormus zu meiden.
Der Angriff auf die Source Blessing unterstreicht die wachsenden Risiken für Lieferketten im Persischen Golf. Als Reaktion darauf setzte Hapag-Lloyd alle Durchfahrten durch die Straße von Hormus aus und startete gemeinsam mit Maersk einen neuen Dienst namens AE19/SE4. Diese Route führt nun über zwei Mittelmeer-Drehkreuze, bevor sie das Kap der Guten Hoffnung umrundet – was die Reisezeiten und Kosten deutlich erhöht.
Um die steigenden Ausgaben auszugleichen, führte das Unternehmen einen Kriegsrisikozuschlag ein: 1.500 US-Dollar für Standardcontainer und 3.500 US-Dollar für Kühl- oder Sonderausrüstung auf Golfrouten. Diese kurzfristigen Änderungen haben zudem die Versicherungsprämien in die Höhe getrieben und die Gewinnmargen weiter belastet.
Trotz dieser Belastungen zeigt sich die Hapag-Lloyd-Aktie widerstandsfähig. Seit Januar stieg der Kurs um etwa 24,6 %, allein in den letzten 30 Tagen verzeichnete er ein Plus von 20 %. Aktuell notiert die Aktie bei 145,20 Euro.
Die Unternehmensführung konzentriert sich nun auf die Optimierung der Flotte, um schwankende Kraftstoffpreise und die veränderte Nachfrage nach Konsumgütern zu bewältigen. Anleger erhalten ein klareres Bild über die finanziellen Auswirkungen, wenn der vollständige Jahresbericht 2025 am 26. März 2026 veröffentlicht wird.
Die Umleitung der Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung bindet Kapazitäten und bremst die globale Logistik. Hapag-Lloyds neue Zuschläge und Dienstanpassungen zielen darauf ab, Verluste zu begrenzen – doch die vollen Auswirkungen auf die Erträge werden erst im nächsten Jahr deutlich werden. Die aktuelle Kursentwicklung deutet auf Vertrauen der Anleger hin, auch wenn die Risiken in der Region weiterhin hoch bleiben.