Historischer Sieg: Freie Wähler erobern Landratsamt in Miesbach von der CSU
Catrin KabusHistorischer Sieg: Freie Wähler erobern Landratsamt in Miesbach von der CSU
Jens Zangenfeind von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hat die Wahl zum Landrat im oberbayerischen Landkreis Miesbach gewonnen. Sein Sieg beendet die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU in der Region und markiert eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse vor Ort.
Schon in der ersten Runde setzte sich Zangenfeind mit 45,3 Prozent der Stimmen klar an die Spitze – weit vor seinem CSU-Herausforderer Franz Schnitzenbaumer, der lediglich auf 25,6 Prozent kam. Schnitzenbaumer, der ehemalige Bürgermeister von Schliersee, konnte diesen Rückstand auch in der Stichwahl nicht aufholen.
Am Ende sicherte sich Zangenfeind im zweiten Wahlgang ein überzeugendes Ergebnis von 78 Prozent, während Schnitzenbaumer nur noch 22 Prozent erreichte. Das Ergebnis spiegelt einen grundlegenden Wandel in der Miesbacher Politik wider: Seit 2014 ist der CSU-Anteil im Kreistag von 45,2 auf 38,5 Prozent gesunken, während die Freien Wähler von 28,1 auf 32,4 Prozent zulegten. Auch die Grünen konnten zulegen und steigerten ihren Anteil von 12,3 Prozent im Jahr 2014 auf 16,8 Prozent im Jahr 2020.
Zuvor war Zangenfeind Bürgermeister der Gemeinde Hausham. Sein Sieg folgt auf das Ausscheiden von Olaf von Löwis, dem bisherigen CSU-Landrat, und bedeutet das erste Mal, dass die Partei die Kontrolle über den Landkreis verliert.
Das Wahlergebnis bestätigt den wachsenden Zuspruch für die Freien Wähler und die zunehmende Bedeutung von Umweltthemen in Miesbach. Zangenfeind wird nun das Amt des Landrats übernehmen und die langjährige CSU-Ära beenden. Die Entwicklung entspricht damit einem Trend, der sich auch bei anderen jüngeren Kommunal- und Bundestagswahlen zeigt.






