IG Metall empört: Renteneintritt mit 70 – ein „zynischer“ Arbeitgebervorschlag
Catrin KabusIG Metall empört: Renteneintritt mit 70 – ein „zynischer“ Arbeitgebervorschlag
Vorschlag zur Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 löst scharfe Kritik der IG Metall aus
Ein Vorstoß der Arbeitgebervereinigung Niedersachsen-Metall, das Renteneintrittsalter in Deutschland auf 70 Jahre anzuheben, hat bei der Gewerkschaft IG Metall heftige Ablehnung ausgelöst. Die Gewerkschaftsführung bezeichnete den Vorschlag als realitätsfremd und abgehoben von den Lebenswirklichkeiten der Beschäftigten.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, wies die Idee als „zynisch und weltfremd“ zurück. Wer eine solche Erhöhung fordere, solle zunächst selbst unter den harten Arbeitsbedingungen ausharren – etwa in Schichtsystemen mit Drei-Schicht-Betrieb oder an Hochöfen, führte er als Beispiele an.
Aktuellen Zahlen zufolge liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland bei 64,7 Jahren. Dennoch scheidet etwa ein Viertel der Beschäftigten noch früher aus dem Erwerbsleben aus. Gesundheitsprobleme bleiben bundesweit der Hauptgrund für vorzeitige Berentung.
Die ablehnende Haltung der IG Metall unterstreicht die tiefe Kluft zwischen den Vorstellungen der Arbeitgeber und den Erfahrungen der Arbeitnehmer. Angesichts der Tatsache, dass viele Beschäftigte bereits vor dem 65. Lebensjahr aufgrund körperlicher Belastung aus dem Berufsleben ausscheiden, scheint die Debatte über eine Verlängerung der Erwerbstätigkeit noch lange nicht entschieden. Die Position der Gewerkschaft macht deutlich, welche praktischen Hürden ein solcher Politikwechsel mit sich bringen würde.