Kartoffel-Krise: Warum Rekord-Ernten Landwirte in die Verlustzone treiben
Herbert RennerKartoffel-Krise: Warum Rekord-Ernten Landwirte in die Verlustzone treiben
Kartoffel-Überschuss: Warum Landwirte von guten Ernten nicht profitieren
Teaser: Die Bauern ernten 20 Prozent mehr – doch die Preise stürzen ab. Hunderte Tonnen landen in Biogasanlagen statt auf dem Teller.
Deutsche Landwirte kämpfen in dieser Saison mit einem massiven Kartoffelüberschuss, nachdem sie ihre Produktion als Reaktion auf die hohen Preise des Vorjahres ausgeweitet hatten. Da das Angebot die Nachfrage bei Weitem übersteigt, sind die Marktpreise eingebrochen – viele Erzeuger können ihre Ernte kaum noch gewinnbringend verkaufen.
Die Rekordpreise für Kartoffeln im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Landwirte dazu veranlasst, in dieser Saison größere Flächen zu bestellen. Allein in Niedersachsen wurden rund 140.000 Hektar angebaut, was eine Ernte von etwa 6,4 Millionen Tonnen ergab – 200.000 Tonnen mehr als 2023. Bundesweit belief sich die Erntemenge auf rund 13,4 Millionen Tonnen, zwei Millionen Tonnen über dem Durchschnitt. In einigen Regionen, wie dem südwestlichen Westfalen, lagen die Erträge bei 400 Tonnen pro Hektar – deutlich über dem üblichen Niveau.
Zwar bringen Abnahmeverträge mit Großabnehmern den Landwirten etwas Entlastung, doch das Überangebot bleibt eine Herausforderung. Angesichts begrenzter Lagerkapazitäten und schwacher Nachfrage müssen viele Erzeuger für ihre Überschüsse nach Alternativen suchen. Die Situation zeigt einmal mehr, wie volatil Agrarmärkte sind – hohe Erträge garantieren längst nicht immer wirtschaftliche Stabilität.