23 December 2025, 13:18

Keine Verkehrsverlagerung ohne Enteignung

Ein schwarzer Nissan-Sportwagen mit Cartoon-Postern im Hintergrund und einem kleinen Zitat unten.

Keine Verkehrsverlagerung ohne Enteignung

Ein neues Buch untersucht, wie Autarbeiter:innen und Klimaschützer:innen gemeinsam das deutsche Verkehrssystem umgestalten können. Unter dem Titel „Nehmen wir das Leben wieder in die eigene Hand: Eine Einladung zum Kampf für ein gutes Leben für alle“ dokumentiert es eine Kampagne, die fordert, die Volkswagen-Werke von der Automobilproduktion auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs umzustellen. Die Autor:innen argumentieren, dass eine demokratische Kontrolle der Industrie der Schlüssel zu einer gerechten und klimafreundlichen Zukunft ist.

Das Buch entstand im Rahmen der Initiative „VW steht für VerkehrsWende“, in der sich Aktivist:innen und Volkswagen-Beschäftigte zusammenschlossen. In Wolfsburg, der Heimatstadt des Konzerns, setzten sich Kampagnenmitglieder wie Tobi Rosswog dafür ein, dass die Fabriken statt Privatwagen Straßenbahnen und Busse produzieren. Sie gingen dabei auch auf die Belegschaft zu, darunter Thorsten Donnermeier, ein langjähriger VW-Mitarbeiter aus einem Dorf bei Kassel, der die dringende Notwendigkeit eines besseren öffentlichen Verkehrs betonte.

Die Autor:innen – Rosswog, Donnermeier und Katja Diehl – kritisieren Elektroautos als „falsche Lösung“ für die Klimakrise. Stattdessen fordern sie einen grundlegenden Wandel hin zu einer sinnstiftenden, klimagerechten Produktion jenseits von Profitlogik. Ihre Arbeit verknüpft Verkehrsgerechtigkeit zudem mit antifaschistischen Kämpfen und versteht die Forderung nach Veränderung als Teil eines größeren Einsatzes für soziale Gerechtigkeit. Das Buch will Brücken zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen schlagen. Indem es komplexe Ideen verständlich aufbereitet, lädt es Leser:innen ein, sich der Bewegung für ein faireres und grüneres Verkehrssystem anzuschließen.

Zu den zentralen Forderungen der Kampagne gehören die Demokratisierung von Volkswagen und die Umwidmung der Werke für den öffentlichen Verkehr. Die Autor:innen präsentieren ihre Vision als praktikable Alternative zur Autodominanz. Ihr Buch dient nun als Aufruf zum Handeln – an Arbeiter:innen, Aktivist:innen und Politiker:innen gleichermaßen.