22 March 2026, 14:33

Klimaproteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren vor Höegh Esperanza

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf einem sandigen Strand in der Nähe von Zelten, mit einer Wand und einer Brücke im Hintergrund, die Gegenstände während einer Klimawandel-Demonstration halten.

Klimaproteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren vor Höegh Esperanza

Klimaschützer protestieren gegen Pläne für drittes LNG-Terminal bei Wilhelmshaven

Am Hooksiel Außenhafen versammelten sich Klimaschützer, um gegen den Bau eines dritten Flüssigerdgas-Terminals (LNG) in der Nähe von Wilhelmshaven zu demonstrieren. Rund 80 Menschen nahmen an der Aktion teil, die sich gezielt gegen das riesige Schiff Höegh Esperanza richtete – ein Schwimmendes Lager- und Regasifizierungsterminal von fast 300 Metern Länge und 50 Metern Breite. Die hinter dem Protest stehende Allianz argumentiert, dass das Projekt einen Biodiversitäts-Hotspot gefährdet und die Klimarisiken in einer ohnehin schon verwundbaren Region weiter verschärft.

Die Demonstration wurde von einem Bündnis organisiert, zu dem die Deutsche Umwelthilfe (DUH), lokale Gruppen des BUND und des NABU gehören. Die Aktivisten behaupten, das LNG-Terminal bedrohe die Natur und stehe im Widerspruch zu Deutschlands Klimazielen. Milena Pressentin von der DUH bezeichnete das Vorhaben als "feinstes Greenwashing" und kritisierte, es führe zurück in die fossile Energiegewinnung statt hin zu erneuerbaren Alternativen.

Martin Lüdders, Aktivist von Fridays for Future, richtete sich an die Demonstranten und erklärte Wilhelmshaven zur "vom Klimawandel am stärksten bedrohten Region Deutschlands". Der Klimarisikoindex bestätigt diese Einschätzung: Die Nordseeküste gilt als besonders anfällig für steigende Temperaturen und Extremwetter.

Der Widerstand gegen das Terminal beschränkt sich nicht auf Proteste. Das Bündnis hat Klage gegen den Bebauungsplan Nr. 225 eingereicht und offiziell Einspruch gegen die städtebaulichen Verfahren erhoben. Die lokale Politik sieht das Projekt hingegen anders. Niksa Marusic, Leiter der Stadtplanung in Wilhelmshaven, bezeichnete es als "wichtigen Impuls für die Energiesicherheit und die Klimaziele".

Seit 2022 wurden an der deutschen Nord- und Ostsee keine neuen LNG-Terminals gebaut, und es wurden keine konkreten Standorte in Betrieb genommen.

Der Protest zeigt die tiefen Gräben in der Debatte um das Terminal. Während Aktivisten auf juristische Schritte drängen und vor ökologischen Schäden warnen, betonen lokale Behörden dessen Bedeutung für die Energieversorgung Deutschlands. Das Ergebnis des Rechtsstreits könnte entscheiden, ob das Projekt vorankommt – oder wie andere in den letzten Jahren ins Stocken gerät.

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