Lies fordert Gasbohrungen in Schutzgebieten – Bundesregierung widerspricht
Catrin KabusStreit um Meeres-Schutz: Lies setzt sich für Gas-Förderung ein - Lies fordert Gasbohrungen in Schutzgebieten – Bundesregierung widerspricht
Streit um Meeresnaturschutz: Lies wirbt für Gasförderung
Streit um Meeresnaturschutz: Lies wirbt für Gasförderung
- Dezember 2025, 11:56 Uhr
Ein Konflikt über Gasbohrungen in marinen Schutzgebieten entzündet sich zwischen der Niedersächsischen Regierung und der Bundesregierung. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) setzt sich für eine Lockerung der bundesweiten Schutzbestimmungen ein und argumentiert, dass die heimische Gasförderung die Energiekosten senken und im Vergleich zu importiertem Flüssiggas (LNG) die CO₂-Emissionen verringern könnte. Die Bundesregierung lehnt den Vorstoß jedoch ab.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein geplantes Bundesgesetz, das die Förderung von Öl und Gas in sechs marinen Schutzgebieten in Nord- und Ostsee verbieten soll. Lies hat sich in einem Schreiben an Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) gewandt und eine Überprüfung der strengen Schutzmaßnahmen gefordert. Schneider wies die Forderung zurück und betonte die Notwendigkeit des Umweltschutzes.
Das niederländische Unternehmen One-Dyas beantragt derzeit die Erlaubnis, im Schutzgebiet „Borkum-Riffgrund“ nach Gas zu bohren. Der Bundesrat wird in der kommenden Woche entscheiden, ob solche Bohrungen in deutschen Gewässern genehmigt werden können. Das niedersächsische Umwelt- und Energieministerium, geleitet vom Grünen-Politiker Christian Meyer, unterstützt unterdessen die Position der Bundesregierung und befürwortet das geplante Meeresnaturschutzgesetz.
Ein Sprecher der Niedersächsischen Regierung präzisierte, dass Lies’ Vorstoß nicht das Wattenmeer betreffe, wo die Gasförderung weiterhin vollständig verboten bleibe. Die Debatte dreht sich nun darum, ob wirtschaftliche und klimapolitische Argumente in anderen Schutzgebieten die Belange des Naturschutzes überwiegen können.
Die Abstimmung im Bundesrat wird zeigen, ob die Gasbohrungen im „Borkum-Riffgrund“ vorankommen dürfen. Sollte das Bundesgesetz in Kraft treten, bleibt das Förderverbot in den sechs marinen Schutzgebieten bestehen. Lies’ Engagement für die heimische Gasgewinnung unterstreicht jedoch die anhaltenden Spannungen zwischen Energiesicherheit, Klimazielen und dem Schutz der marinen Ökosysteme.