24 March 2026, 08:32

Lilli Tollkiens Debütroman entblößt eine zerrissene Kindheit im Berlin der 1980er

Alte Zeitung mit der Überschrift "Berliner Wespen" vom Juli 1873, die eine Karikatur eines verzweifelten Mannes mit Zylinder und einer Frau in einem Kleid zeigt.

Lilli Tollkiens Debütroman entblößt eine zerrissene Kindheit im Berlin der 1980er

Den Himmel mit beiden Händen halten – der Debütroman von Lilli Tollkien erzählt die fiktive Geschichte von Lale, einer jungen Frau, die in den 1980er-Jahren in Berlin aufwächst. Das Buch schildert ihre turbulente Kindheit in einer Männer-WG, geprägt von Vernachlässigung, Sucht und flüchtigen Momenten der Stabilität. Kritiker beschreiben es als eine zutiefst bewegende und kraftvolle Erzählung über Überleben und Widerstandsfähigkeit.

Lales Leben begann im Chaos. Mit nur achtzehn Monaten wurde sie in staatliche Obhut genommen, nachdem sie versehentlich die Rohypnol-Tabletten ihrer Mutter geschluckt hatte. Ihre Mutter, heroinabhängig, war nicht in der Lage, ein sicheres Zuhause zu bieten, während ihr Vater – ein Kleinkrimineller mit Verbindungen zur westdeutschen APO-Bewegung – weitgehend abwesend blieb.

Die Wohngemeinschaft, in der Lale schließlich lebte, sollte ein radikales Experiment kollektiven Zusammenlebens sein. Doch stattdessen wurde sie zu einem Ort der Exzesse: mit übermäßigem Alkoholkonsum, Drogenmissbrauch und ständigen Partys. Frauen kamen und gingen, doch Lale, das einzige Kind, blieb. Später zog ihr Vater ein, ohne von dem Missbrauch zu wissen, dem sie ausgesetzt war – darunter auch sexuelle Übergriffe durch einen Mitbewohner.

Für eine Weile bot die Schule Lale einen Fluchtweg. Dort blühte sie auf, bis die Pubertät ihr Leben aus den Fugen geraten ließ. Die Sucht nahm sie gefangen, und ihre Freundschaften wurden ebenso instabil wie ihre Erziehung.

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Die Autorin Lilli Tollkien, selbst in Berlin geboren und aufgewachsen, greift in ihrem Roman auf ihre eigenen Erfahrungen in der Suchtberatung, der Berufscoaching-Branche und der Bühnenbildnerei zurück. Vor ihrem ersten vollständigen Romanwerk, das 2026 erscheint, hat sie bereits Beiträge für Anthologien verfasst.

Den Himmel mit beiden Händen halten zeigt Lales Geschichte als schonungslosen Blick auf eine Kindheit, die von systemischem Versagen und persönlichen Traumata geprägt ist. Das Buch spiegelt Tollkiens fachliche Expertise in der Suchthilfe wider und verleiht der emotionalen Wucht der Erzählung eine realistische Grundlage. 2026 erscheint es als Zeugnis der langfristigen Folgen früher Entbehrungen.

Quelle