14 March 2026, 12:32

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" vor einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist in Deutschland mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für demokratische Rechte und freie Wahlen in Belarus. Die Preisverleihung fand am Samstag in einem feierlichen Akt im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

Kolesnikowa war bereits 2022 mit dem Preis bedacht worden, damals noch in Haft in Belarus. Die Veranstalter bezeichneten die Auszeichnung damals als ein "kraftvolles Zeichen der Solidarität" mit ihrem Kampf. Sie war zuvor zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt worden, weil sie eine führende Rolle bei den Massenprotesten 2020 gegen Präsident Alexander Lukaschenko gespielt hatte.

Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025, nachdem US-geführte Vermittlungen die Entlassung von 120 bis 123 politischen Gefangenen erreicht hatten. Seitdem reiste sie nach Deutschland, wo sie voraussichtlich politisches Asyl erhalten wird.

Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, begrüßte ihre Anwesenheit bei der Zeremonie. Er bezeichnete dies als eine Botschaft der Unterstützung für alle, die in Europa für Freiheit und Demokratie kämpfen. Der seit 1950 jährlich verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um die Einheit Europas verdient gemacht haben.

Trotz ihrer Freilassung bleibt Belarus ein repressiv regiertes Land. UN-Experten berichten von anhaltenden Menschenrechtsverletzungen, darunter Zwangsdeportationen ehemaliger Häftlinge. Die Opposition sieht sich weiterhin Unterdrückung, digitaler Isolation und staatlicher Repression ausgesetzt.

Kolesnikowas Auszeichnung kommt nach Jahren der Inhaftierung und des politischen Engagements. Der Preis unterstreicht ihre zentrale Rolle in der belarussischen Demokratiebewegung. Gleichzeitig halten die autoritären Strukturen unter Lukaschenko das Land weiterhin fest im Griff.

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