Niedersachsen setzt 200 Millionen Euro für digitale Bildung ein – doch fehlt der Masterplan?
Alex TintzmannNiedersachsen setzt 200 Millionen Euro für digitale Bildung ein – doch fehlt der Masterplan?
Niedersachsens Strategie für digitale Bildung hat in den vergangenen fünf Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Seit 2021 hat das Land 200 Millionen Euro in die Modernisierung von Schulen, die Weiterbildung von Lehrkräften und den Ausbau der digitalen Infrastruktur investiert. Auf einer kürzlichen Konferenz trafen sich Expertinnen und Experten, um die Reformen zu bewerten und die nächsten Schritte für den Niedersächsischen Plan Digitalisierung in der Bildung zu planen.
Die Initiative startete 2021 mit dem Niedersächsischen Plan Digitalisierung in der Bildung. Bis 2024 waren im Rahmen des Programms 150.000 Chromebooks und Tablets an Schulen in der gesamten Region verteilt worden. Auch die Lehrerfortbildung wurde ausgebaut: Über 20.000 Pädagoginnen und Pädagogen absolvierten Kurse über das Lehrerfortbildungsportal. Zudem wurden 100 Kompetenzzentren für digitale Bildung eingerichtet, um Schulen bei der Einführung neuer Technologien zu unterstützen.
Bis Anfang 2026 verfügten 95 Prozent der Schulen in Niedersachsen über eine flächendeckende WLAN-Versorgung. 2025 führte das Land zudem KI-gestützte Lernplattformen wie den Digicampus Niedersachsen ein. Trotz dieser Fortschritte kritisieren Beobachter, dass den Reformen eine kohärente Langzeitstrategie fehle.
Auf einer jüngsten Veranstaltung im Rahmen des Niedersachsen-Plans diskutierten Bildungsexpertinnen und -experten – darunter die Digitalbotschafterin Silke Müller und Olaf Köller vom Leibniz-Institut – über die Zukunft des digitalen Lernens. Einige, wie Lechner, bezeichneten den aktuellen Ansatz als "Reformchaos" und forderten weniger Bürokratie sowie mehr Vertrauen in die Schulen vor Ort. Er betonte, dass es statt der bloßen Ausstattung mit Technik einer klaren Kompetenzstrategie und einer nachhaltigen Hochschulförderung bedürfe.
Die Rückmeldungen aus der Konferenz werden in das Bildungskapitel des Niedersachsen-Plans einfließen, der im Oktober verabschiedet werden soll.
Die Diskussionen zeigten sowohl die Erfolge als auch die anhaltenden Herausforderungen von Niedersachsens Digitalisierungsoffensive im Bildungsbereich. Der finale Niedersachsen-Plan wird entscheiden, wie das Land Infrastrukturausbau, langfristige Finanzierung und Schulautonomie in Einklang bringt. Ziel der Reformen ist es, digitale Werkzeuge so einzusetzen, dass sie den Unterricht und das Lernen in der gesamten Region wirksam unterstützen.






