Niedersachsen will Lieferdienste zur Festanstellung verpflichten – ein Angriff auf prekäre Gig-Jobs
Catrin KabusNiedersachsen will Lieferdienste zur Festanstellung verpflichten – ein Angriff auf prekäre Gig-Jobs
Niedersachsen fordert Direktanstellungspflicht für Essenslieferanten
Niedersachsens Arbeitsminister Andreas Philippi (SPD) verlangt eine gesetzliche Verpflichtung zur Direktanstellung von Beschäftigten in Essenslieferdiensten.
- November 2025, 11:33 Uhr
Niedersachsens Arbeitsminister Andreas Philippi setzt sich für strengere Regeln in der Essenslieferbranche ein. Er fordert, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter direkt einstellen müssen, anstatt auf Subunternehmer zurückzugreifen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund der prekären Arbeitsbedingungen in der Gig-Economy, wo Löhne oft niedrig sind und Beschäftigungsverhältnisse unsicher.
Die Forderung nach Regulierung kommt zu einer Zeit, in der Gig-Arbeit rasant wächst. 2022 nahmen in Niedersachsen rund 94.000 Menschen mindestens einmal einen Gig-Job an. Viele dieser Tätigkeiten sind befristet, und die Verdienste liegen unter dem Durchschnitt vergleichbarer Berufe.
Sollten die neuen Regeln umgesetzt werden, müssten Lieferplattformen ihren Beschäftigten reguläre Arbeitsverträge anbieten. Dies könnte die Jobstabilität und Löhne für Tausende Arbeiter verbessern. Der Plan spiegelt den wachsenden Druck wider, die Praktiken der Gig-Economy in ganz Deutschland zu reformieren.