Nordderby unter Druck: Ministerin fordert mehr Eigenverantwortung der Fußballfans
Catrin KabusInneres: Ultras haben ein Problem in den eigenen Reihen - Nordderby unter Druck: Ministerin fordert mehr Eigenverantwortung der Fußballfans
Vor dem mit Spannung erwarteten Nordderby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig hat Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens schärfere Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien gefordert. Der Anpfiff der Partie ist für Freitag, 18:30 Uhr, in der Landeshauptstadt angesetzt – und rückt das Verhalten der Fans einmal mehr in den Fokus. Behrens pocht darauf, dass die Anhänger selbst mehr Verantwortung bei der Eindämmung von Gewalt in den eigenen Reihen übernehmen.
Die Ministerin kritisiert den oft massiven Polizeieinsatz bei Fußballspielen als "nicht tragbar". Bis zu 2.000 Beamte für ein einziges Spiel abzustellen, sei im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen unverhältnismäßig, so ihre Argumentation. Mit dieser Haltung hat sie sich bei manchen Fangruppen unbeliebt gemacht, die in ihr eine Gegnerin der Fußballkultur sehen.
Dabei betont Behrens, dass Gewalt in der Fankultur keinen Platz habe und von Stadionbesuchern nicht toleriert werden dürfe. Statt auf die Polizei zu setzen, erwartet sie von den Ultra-Gruppen, selbst gegen gewaltbereite Einzelne in den eigenen Reihen vorzugehen. Sollten sie versagen, droht sie mit weiteren Einschränkungen durch Politik und Fußballverbände.
Klarstellend fügt die Ministerin hinzu, dass sie während des Derbys nur eine minimale Polizeipräsenz innerhalb des Stadions wünscht. Ihr Ansatz zielt darauf ab, Ausschreitungen von vornherein zu verhindern – statt erst auf Vorfälle zu reagieren. Bei früheren Duellen in Niedersachsen gab es keine dokumentierten Sondermaßnahmen der Polizei, doch diesmal liegt der Druck auf den Fans, zu beweisen, dass sie Sicherheit auch ohne starken Polizeieinsatz gewährleisten können.
Das Derby wird zur Nagelprobe: Können die Fangruppen Gewalt ohne massives Polizeiaufgebot eindämmen? Behrens' Forderungen deuten auf einen möglichen Wendepunkt in der Sicherheitspolitik rund um den Fußball in der Region hin. Falls die Anhänger nicht handeln, könnten weitere politische und regulatorische Schritte folgen.