Nordzucker kämpft mit Rekordverlusten trotz hoher Erträge in Europa und Australien
Catrin KabusNordzucker fürchtet hohe Verluste trotz stabiler Kampagne - Nordzucker kämpft mit Rekordverlusten trotz hoher Erträge in Europa und Australien
Nordzucker verzeichnet starken Gewinnrückgang
Der große Zuckerproduzent Nordzucker, der in Deutschland, Europa und Australien tätig ist, meldet einen deutlichen Rückgang der Gewinne. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nun einen operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich. Trotz hoher Produktionsmengen belasten die stark gefallenen Weltmarktpreise für Zucker die Erlöse erheblich.
Der Start in die Kampagne 2025/26 verlief für Nordzucker vielversprechend: Günstige Wetterbedingungen führten zu überdurchschnittlichen Erträgen bei der Zuckerrübe an allen Standorten. Die Produktionsmengen stiegen dank eines höheren Zuckergehalts in den Ernten. Allein in Australien verarbeitete das Unternehmen 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr.
Doch jüngste Frostperioden und Schneefälle behinderten die Logistik der Rüben und stellten das Unternehmen vor Herausforderungen. Während die Standorte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt stabil blieben, überlagerten die gesunkenen Zuckerpreise – die niedrigsten seit 2021 – die Produktionsgewinne. Seit Mai 2025 hat sich der Preisverfall zusätzlich beschleunigt.
Lars Gorissen, seit März 2021 Vorstandsvorsitzender von Nordzucker, bestätigte die finanzielle Durststrecke. Auch für das Geschäftsjahr 2026/27 werden Verluste erwartet. Finanzvorstand Alexander Bott hat sich zum Ziel gesetzt, das Unternehmen bis 2027/28 wieder in die Gewinnzone zu führen.
Nordzucker beschäftigt rund 4.100 Mitarbeiter an 19 Standorten in Europa und Australien. Trotz des schwierigen Marktumfelds konnte die Belegschaft die Produktion aufrechterhalten.
Derzeit konzentriert sich das Unternehmen darauf, die Kosten zu kontrollieren und sich an die niedrigen Zuckerpreise anzupassen. Da für das kommende Jahr weitere Verluste prognostiziert werden, hängt der Erholungsplan Nordzuckers maßgeblich von einer Besserung der Marktbedingungen ab. Ob das Ziel, bis 2027/28 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, erreicht wird, hängt sowohl von der betrieblichen Effizienz als auch von der Entwicklung der Weltmarktpreise ab.