31 January 2026, 13:06

Osnabrück gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Feier und neuer Ausstellung

Eine große Anzahl von rechteckigen Betonplatten in verschiedenen Höhen, die in einem Gittermuster auf einem geneigten Feld angeordnet sind, mit einer ernsten Atmosphäre, als Mahnmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, Deutschland.

Osnabrück gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Feier und neuer Ausstellung

Rund 200 Menschen versammelten sich am 27. Januar auf dem Marktplatz in Osnabrück, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die Veranstaltung markierte zugleich den Holocaust-Gedenktag und die Eröffnung einer neuen Ausstellung über die frühen Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Es wurden Kränze niedergelegt, Gebete gesprochen und persönliche Schicksale des Verlusts geteilt, um der Opfer zu gedenken.

Die Feier begann mit Reden lokaler Verantwortungsträger, darunter Bürgermeisterin Katharina Pötter und Landrätin Anna Kebschull. Beide legten Kränze an Gedenktafeln nieder, die an jüdische und niederländische Opfer des Holocaust erinnern. Kantor Baruch Chauskin führte anschließend das Gedenkgebet El male Rachamim an und ehrte damit die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden unter der NS-Herrschaft.

Jonny Böhmer, Vertreter der Beratungsstelle für Sinti und Roma in Niedersachsen, sprach über das Leid, das seine eigene Familie und die Osnabrücker Sinti-Gemeinschaft erlitten. Auch er legte einen Kranz zum Gedenken an die Sinti-Opfer nieder. Schülerinnen und Schüler sowie Mitglieder der Aktivistengruppe Omas gegen rechts verlasen abwechselnd die Namen, Alter und Todesdaten von 38 Osnabrücker Bürgerinnen und Bürgern, die dem NS-Regime zum Opfer fielen.

Die Gedenkveranstaltung fiel mit der Eröffnung der Ausstellung "Vorspiel des Terrors: Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus" zusammen, die vom Landkreistag Osnabrück organisiert wurde. Die Ausstellung beleuchtet die rasche Errichtung von Lagern nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933. Zu den ersten gehörten Dachau, das am 22. März 1933 eröffnet wurde, und Oranienburg, das im selben Monat eingerichtet wurde. Bis 1945 entstanden in Deutschland und den besetzten Gebieten etwa 1.200 solcher Lager.

Bürgermeisterin Pötter warnte vor den Gefahren, die heute von der Wiederkehr entmenschlichender Ideologien ausgehen. Sie betonte die Notwendigkeit kontinuierlicher Aufklärung, um zu verhindern, dass solche Gräueltaten in Vergessenheit geraten.

Die Gedenkfeier brachte Überlebende, Nachkommen und Gemeinschaftsmitglieder zusammen, um über die Vergangenheit zu reflektieren. Die neue Ausstellung zu den frühen Konzentrationslagern bleibt für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet weitere Einblicke in die systematische Verfolgung, die 1933 begann. Die Veranstalter hoffen, dass die Feier und die Ausstellung die Bedeutung von Erinnerung und Wachsamkeit stärken.