10 May 2026, 16:27

Pflegereform droht höhere Eigenanteile für Betroffene und Familien zu bringen

Alte Frau im Krankenhausbett mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf H"anden, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform droht höhere Eigenanteile für Betroffene und Familien zu bringen

Reformen der Pflegeversicherung könnten Betroffene und Angehörige stärker belasten

Die geplanten Reformen des deutschen Pflegeversicherungssystems drohen, die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Familien zu erhöhen. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa warnt vor steigenden Eigenanteilen in stationären Pflegeeinrichtungen und möglichen Kürzungen bei Leistungen für pflegende Angehörige. Ihre Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Gesundheitsministerin Nina Warken (SPD) Mitte Mai einen Reformentwurf vorlegen will.

Zu den vorgeschlagenen Änderungen gehört die Verlängerung der Wartezeit, bis die persönlichen Zuzahlungen für Pflegeheimplätze reduziert werden. Statt wie bisher nach 12 Monaten müssten die Bewohner künftig 18 Monate warten, bevor ihre Beiträge sinken. Zwar könnte dies kurzfristig die Kosten für das System senken, doch Welskop-Deffaa betont, dass dadurch das bereits bestehende Modell der schrittweisen Entlastung untergraben werde.

Zudem wies sie auf das Risiko hin, dass Familien Vermögen vor dem Einzug in ein Pflegeheim auf Angehörige übertragen, um höhere Gebühren zu umgehen. Solche Praktiken könnten die Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit des Systems weiter gefährden.

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Welskop-Deffaa unterstrich, dass die Pflegeversicherung auf der Solidarität zwischen den Generationen innerhalb der Familien beruhe. Sie forderte die Politik auf, die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen sowie Rentenansprüche für Pflegepersonen zu erhalten. Diese Maßnahmen seien entscheidend, um diejenigen zu unterstützen, die unentgeltlich zu Hause pflegen.

Ihre Forderung folgt auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das eine stärkere Berücksichtigung der Generationengerechtigkeit bei der Finanzierung der Pflege verlangt. Das Gericht erhöht damit den Druck, Reformen so auszugestalten, dass sie finanzielle Stabilität mit der Unterstützung schutzbedürftiger Gruppen in Einklang bringen.

Der Reformentwurf wird nun den Abgeordneten vorgelegt; Warken will in den kommenden Wochen Details präsentieren. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten sie die Verteilung der Pflegekosten zwischen Einzelpersonen, Familien und Staat grundlegend verändern. Die Caritas macht deutlich, dass jede Neuregelung vermeiden muss, die Last für diejenigen zu erhöhen, die bereits mit Pflegeverantwortung kämpfen.

Quelle