30 January 2026, 17:59

Philippi fordert Apotheken-Reform: Kampf um unabhängige Standorte und ländliche Versorgung

Ein Plakat mit einer hellblauen Insulinflasche mit weißer Etikettierung und Verschluss, begleitet von fetter schwarzer Schrift, die eine monatliche Insulinbegrenzung von 35 USD für Senioren mit Medicare anzeigt.

Philippi fordert Apotheken-Reform: Kampf um unabhängige Standorte und ländliche Versorgung

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi drängt auf weitreichende Reformen im deutschen Apothekenwesen. Sein Vorstoß fällt in eine Phase, in der der Bundesrat über das Apothekendienstleistungs-Weiterentwicklungsgesetz berät – mit insgesamt 60 Änderungsanträgen der Bundesländer. Philippi kritisiert, dass die aktuellen Pläne unabhängige Apotheken nicht ausreichend schützen und die Versorgung in ländlichen Regionen weiter verschlechtern könnten.

Das Ministerium verweist auf die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen für inhabergeführte Apotheken in den vergangenen Jahren. Viele kämpfen ums Überleben, besonders in unterversorgten Gebieten. Der Bundesentwurf sieht vor, die feste Abgabegebühr anzuheben, um die finanzielle Belastung zu verringern und den lokalen Zugang zu Medikamenten zu sichern.

Philippi lehnt jedoch zentrale Punkte des Vorschlags ab. Er spricht sich gegen Lockerungen bei Filialapotheken aus und warnt, dass diese weniger Leistungen bieten als vollwertige Standorte. In ländlichen Regionen befürchtet er, dass bestehende Apotheken zu Filialen herabgestuft werden könnten – auf Kosten der Versorgungsqualität.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Forderung des Ministeriums nach einer verpflichtenden Präsenz von Apothekern vor Ort. Beamte argumentieren, dass eine Abschaffung dieser Regelung die Arzneimittelsicherheit gefährden und die Patientenberatung schwächen würde. Philippi unterstützt zwar die Sicherstellung einer flächendeckenden Arzneimittelversorgung, besteht aber darauf, dass eigenverantwortlich geführte Apotheken das Rückgrat des Systems bleiben müssen.

Niedersachsen, das aktuell den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz innehat, hat die Apothekenreform zu einem Schwerpunktthema für 2026 erklärt. Im Fokus steht eine umfassende Gesundheitsversorgung, die auch in allen Regionen zuverlässige Apothekendienstleistungen garantiert.

Der Bundesrat wird in Kürze über die vorgeschlagenen Änderungen beraten. Philippis Reformvorschläge zielen darauf ab, unabhängige Apotheken zu stärken. Seine Ablehnung von Filialausweitungen und reduzierter Apothekeraufsicht spiegelt die Sorge um die Servicequalität wider. Das Ergebnis der Debatte wird maßgeblich beeinflussen, wie vor allem Menschen in ländlichen Gebieten in den kommenden Jahren Zugang zu Medikamenten erhalten.