03 April 2026, 14:29

PKV-Verband kritisiert Finanzierungslücken im geplanten Apothekenversorgungsgesetz

Außenansicht der 'Generics Apotheke' mit umliegenden städtischen Elementen wie Gebäuden, Fahrzeugen und einem klaren Himmel.

PKV-Verband kritisiert Finanzierungslücken im geplanten Apothekenversorgungsgesetz

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat zum geplanten Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) Stellung genommen, das die Rolle der Apotheken in der Prävention und Früherkennung von Krankheiten stärken soll. Zwar befürwortet der Verband einzelne Maßnahmen, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Finanzierung, der Umsetzung und der Notwendigkeit klarer Patientenvorteile.

Das Gesetz folgt auf Jahre des schrittweisen Ausbaus pharmazeutischer Dienstleistungen, wobei die Inanspruchnahme in Deutschlands rund 7.900 Apotheken weiterhin ungleich verteilt ist. Mit dem neuen Gesetz würden Apotheken mehr Verantwortung bei der Beratung zu Verhaltensrisiken und Früherkennung übernehmen. Der PKV-Verband hinterfragt jedoch, ob diese Leistungen messbare Vorteile für Patienten bringen. Zudem warnt er davor, die alleinige Zuständigkeit der Ärzte vorschnell aufzuweichen – hier sei eine sorgfältige Abwägung nötig.

Die Nachfrage nach bestehenden pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) ist seit dem Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) von 2020 gestiegen. Allein im dritten Quartal 2024 wurden rund 156.000 Leistungen erbracht, wobei sich die Grippeimpfungen im Vergleich zur Vorjahressaison verdoppelten. Trotz wachsender Akzeptanz bleibt die Gesamtinanspruchnahme jedoch hinter den verfügbaren Mitteln zurück – es verbleibt ein Überschuss von etwa 550 Millionen Euro.

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Der Verband unterstützt Teile des Vorhabens, darunter neue Preisregelungen für Rezepturarzneimittel und eine einmalige Notfallversorgung mit Langzeitmedikamenten ohne ärztliche Verordnung. Gleichzeitig fordert er, vor einer weiteren Ausweitung der Dienstleistungen ein eigenständiges Finanzierungskonzept zu schaffen. Zudem plädiert er für gesetzliche Änderungen, die es privaten Versicherern ermöglichen, Patienten direkt in Rechnung zu stellen.

Gelobt wurden Impfinitiativen und der erleichterte Zugang zu Notfallmedikamenten. Dennoch betont der PKV-Verband, dass pharmazeutische Dienstleistungen trotz stetigen Wachstums in Früherkennung und Prävention nach wie vor ein Nischendasein fristen.

Die Stellungnahme des Verbands zeigt sowohl Unterstützung für die Ausweitung apothekenbasierter Gesundheitsversorgung als auch Skepsis bei Finanzierung und praktischer Umsetzung. Angesichts steigender Nachfrage nach Leistungen wie Impfungen – aber insgesamt noch geringer Inanspruchnahme – mahnt der Verband klarere Patientenvorteile und nachhaltige Finanzierungsmodelle an.

Der Erfolg des Gesetzes könnte davon abhängen, diese Bedenken zu adressieren und gleichzeitig die Rollen von Apothekern und Ärzten in der Patientenversorgung auszubalancieren.

Quelle