Pläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Alex TintzmannPläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Pläne für eine große Biomethan-Anlage in Steinfeld im Landkreis Vechta sind gescheitert, nachdem der Gemeinderat seine Unterstützung zurückgezogen hat. Die von der Shell-Tochter Nature Energy geplante Anlage sollte aus landwirtschaftlichen Abfällen erneuerbares Gas erzeugen, stieß jedoch auf massiven Widerstand von Anwohnern und Landwirten.
Das Projekt nahm 2021 Gestalt an, als Nature Energy erstmals auf die Gemeinde Steinfeld zuging. Bis 2023 liefen die offiziellen Planungen für den Standort Steinfeld-Harpendorf. Die Anlage sollte jährlich zwischen 450.000 und 500.000 Tonnen Agrarabfälle verarbeiten – geliefert von Betrieben aus der Region Oldenburg.
Doch die Kritik wuchs: Befürchtet wurden eine erhöhte Nachfrage nach Gülle und Jauche bei lokalen Landwirten sowie unzumutbare Umwelt- und Logistikbelastungen. Die Gegner hielten die Nachteile für schwerwiegender als den Nutzen. Bereits im Dezember 2024 hatte Shell ein ähnliches Vorhaben im brandenburgischen Landkreis Prignitz nach Protesten aufgegeben. Am 15. Dezember 2025 zog der Steinfelder Gemeinderat nun offiziell die Notbremse. Die Verantwortlichen kamen zu dem Schluss, dass die Vorteile des Projekts einen städtebaulichen Vertrag nicht rechtfertigten. Ein alternativer Betreiber für die Umsetzung steht nicht in Aussicht.
Mit der Absage bleibt die Zukunft der Biomethan-Produktion in Steinfeld ungewiss. Die Entscheidung reiht sich ein in eine Serie lokaler Widerstände gegen großindustrielle Erneuerbare-Energien-Projekte, die von Energiekonzernen vorangetrieben werden. Vorerst wird das geplante Gelände in Steinfeld-Harpendorf brachen liegen.