Salzgitter drosselt Jahresziele wegen schwacher Stahlnachfrage und Wirtschaftskrise
Catrin KabusSalzgitter plant vorsichtig für das volle Jahr - Salzgitter drosselt Jahresziele wegen schwacher Stahlnachfrage und Wirtschaftskrise
Salzgitter senkt Jahresprognose wegen schwacher Nachfrage und schwierigem Wirtschaftsklima
Der Stahlkonzern Salzgitter hat seine Finanzziele für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Grund sind eine gedämpfte Nachfrage und die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage. Zwar erwartet das Unternehmen nun einen geringeren Verlust vor Steuern, doch die Umsatz- und Ertragsprognosen wurden gesenkt. Trotz eines Rückkehrs in die Gewinnzone im dritten Quartal bleibt die Führungsetage bei der Erholung vorsichtig.
In der ersten Jahreshälfte 2024 waren die Stahlnachfrage rückläufig und der Markt schwächelte. Salzgitter passte daraufhin seine Jahresprognose an und drosselte die zuvor gesteckten Ziele. Der Umsatz soll nun knapp über 9,0 Milliarden Euro liegen – ursprünglich war eine Spanne zwischen 9,0 und 9,5 Milliarden Euro avisiert worden.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) wird nun auf 300 bis 350 Millionen Euro taxiert, nach zuvor maximal 400 Millionen Euro. Den Verlust vor Steuern beziffert das Unternehmen nun auf 50 bis 100 Millionen Euro – eine Verbesserung gegenüber der früheren Prognose, die von einem ausgeglichenen Ergebnis bis zu einem Verlust von 100 Millionen Euro reichte.
Im dritten Quartal verbuchte Salzgitter einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 11,1 Millionen Euro und drehte damit den Verlust von knapp 153 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum in die Gewinnzone. Das EBITDA stieg um über ein Fünftel auf 107,2 Millionen Euro, während die externen Umsätze um gut 11 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zurückgingen.
Langfristig hat der Konzern seine Pläne überarbeitet und die Ambitionen für die Umstellung auf grüne Stahlproduktion gedrosselt. Stattdessen rückt die Produktion von Panzerstahl für die Rüstungsindustrie stärker in den Fokus. Dieser Kurswechsel spiegelt die breiten Herausforderungen wider, die in den grünen Sektoren bis Ende 2025 erwartet werden.
Mit einer spürbaren Belebung der Stahlpreise – und damit verbundenen höheren Umsätzen und Erträgen – rechnet Salzgitter frühestens 2026. Die angepassten Prognosen unterstreichen die anhaltenden Marktdruckfaktoren und die langsamer als erwartet verlaufende Erholung. Die strategische Neuausrichtung hin zu rüstungsrelevanter Produktion signalisiert eine Prioritätenverschiebung angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten.






