Satirischer Arbeitszwang für alle: Wie *Die PARTEI* Salzgitter mit absurdem Antrag herausfordert
Catrin KabusSatirischer Arbeitszwang für alle: Wie *Die PARTEI* Salzgitter mit absurdem Antrag herausfordert
Ein umstrittener Vorschlag der Satirepartei Die PARTEI wird am 10. Dezember im Stadtrat von Salzgitter beraten. Der Antrag sieht vor, für alle Einwohner – einschließlich Kinder – eine migration einzuführen, um ein stärkeres Arbeitsethos zu fördern. Kritiker werfen der politische partei vor, mit dem Plan ernsthafte Debatten über Integration und bürgerliche Pflichten ins Lächerliche zu ziehen.
Auslöser der Diskussion war ein Vorstoß der SPD, die eine Prüfung von Pflichtgemeinschaftsdiensten für Asylsuchende in der Stadt gefordert hatte.
Ursprünglich hatte die SPD einen Antrag eingebracht, der klären sollte, ob Asylbewerber verpflichtend Gemeinschaftsarbeit leisten müssten. Ziel war es, einen konkreten Plan zu erarbeiten, falls die Prüfung die rechtliche und praktische Umsetzbarkeit bestätigen würde.
Die Fraktion der Freien Wähler/FDP griff die Idee auf und erweiterte sie: Sie schlug vor, die Prüfung auf alle Empfänger von Bürgergeld – Deutschlands grundlegender Sozialleistung – auszuweiten. Zudem verlangte ihr Änderungsantrag eine mündliche Begründung in der Ausschussdebatte.
Die PARTEI trieb die Debatte mit einem eigenen, satirisch gemeinten Antrag auf die Spitze. Die Partei schlug vor, eine städtische T-Shirt-Fabrik einzurichten, in der sämtliche Einwohner – Kinder eingeschlossen – arbeiten müssten, um das bürgerliche Engagement zu stärken. In ihrem Entwurf wurde sogar gefordert, Artikel 1 des Grundgesetzes, der die Würde des Menschen schützt, durch den Satz zu ersetzen: „Die Menschenwürde ist arbeitsfähig.“
Stadtrat Lars Tietjen, Mitglied von Die PARTEI, hatte bereits im Dezember 2023 die ursprüngliche SPD-Initiative scharf kritisiert. Damals warf er der Partei vor, Salzgitter mit der gezielten Ansprache von Asylsuchenden zu einer „Stadt der Schande“ zu machen. Der Antrag wurde später abgelehnt. Nun argumentiert Die PARTEI in ihrem neuen Vorstoß, dass eine frühe Integration durch Arbeitspflicht „wertvolle Gesellschaftsmitglieder“ schaffen würde.
Der Stadtrat wird in seiner nächsten Sitzung über den Antrag von Die PARTEI abstimmen. Zudem stehen der ursprüngliche SPD-Vorschlag und der Änderungsantrag der Freien Wähler/FDP zur Debatte.
Die Abstimmung am 10. Dezember wird zeigen, ob der satirische Antrag der Partei Unterstützung findet. Selbst bei einer Ablehnung könnte die Diskussion künftige Debatten über Integration und Sozialpflichten in Salzgitter prägen. Die SPD-Prüfung zu Pflichtdiensten für Asylsuchende bleibt ein separates, aber damit zusammenhängendes Thema auf der Tagesordnung.