01 January 2026, 20:49

Skandal um illegalen Rindfleisch-Verkauf: Ex-Schlachthofleiter vor Gericht

Fleischstücke mit Fäden zusammengebunden vor einem weißen Hintergrund.

Schlachthof-Prozess: Angeklagter bestreitet Betrugsvorwürfe - Skandal um illegalen Rindfleisch-Verkauf: Ex-Schlachthofleiter vor Gericht

Ein ehemaliger Leiter eines Schlachthofs in Bad Iburg muss sich wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstößen gegen Lebensmittelsicherheitsvorschriften vor Gericht verantworten. Im Zentrum des Verfahrens stehen Vorwürfe, er habe 2018 Fleisch von über 100 Rindern ohne die vorgeschriebenen tierärztlichen Kontrollen verkauft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, das Fleisch sei für den menschlichen Verzehr ungeeignet gewesen und der Angeklagte habe dadurch illegale Gewinne in Höhe von rund 378.000 Euro erzielt.

Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang, nachdem eine Tierrechtsorganisation 2018 verdeckt gedrehte Videoaufnahmen veröffentlichte. Die Aufnahmen zeigten Misshandlungen von Rindern in der Anlage und veranlassten die Behörden zum Handeln. Infolge der Enthüllungen ordnete der Landkreis Osnabrück die sofortige Schließung des Schlachthofs an.

Der Angeklagte bestreitet sämtliche Vorwürfe. Er behauptet, mit den amtlichen Tierärzten eine informelle Absprache getroffen zu haben, um Lebendtierkontrollen zu umgehen. Die Staatsanwaltschaft hält diese Darstellung jedoch für unglaubwürdig und hat vier Tierärzte als Zeugen geladen. Ihre Aussagen werden für den 11. November erwartet, an dem möglicherweise auch ein Urteil verkündet wird. Für den Beschuldigten ist dies nicht der erste juristische Konflikt: 2022 erhielt er eine Bewährungsstrafe wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Im aktuellen Prozess geht es darum, ob er wissentlich Sicherheitskontrollen umgangen und unsicheres Fleisch aus Profitgier in den Verkehr gebracht hat.

Entscheidend für den Prozessverlauf ist die Frage, ob der Angeklagte allein handelte oder ob ihm die zuständigen Tierärzte bewusst dabei halfen. Bei einer Verurteilung drohen ihm schwere Strafen wegen Betrugs und Gefährdung der öffentlichen Gesundheit. Das Urteil könnte zudem künftig Auswirkungen auf die Durchsetzung von Lebensmittelkontrollen in der Region haben.