23 January 2026, 23:09

Soltau pocht auf Lärmschutz vor Ausbau der Amerikalinie bis 2035

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Zeichnung einer Eisenbahnschiene, umgeben von Text, der einen Überblick über das Eisenbahnsystem bietet.

Soltau pocht auf Lärmschutz vor Ausbau der Amerikalinie bis 2035

Ausbau der Amerikalinie: Soltau fordert Lärmschutz vor Baubeginn

Die geplante Erweiterung der Amerikalinie zwischen Langwedel und Uelzen sorgt in Soltau für Besorgnis. Das Vorhaben, das Teil der größeren Strecke Hamburg/Bremen–Hannover ist, soll die Transportkapazitäten für Güter aus den norddeutschen Häfen erhöhen. Nun drängen lokale Behörden auf Lärmschutzmaßnahmen, bevor die Arbeiten beginnen.

Aktuell verkehren auf der Amerikalinie täglich etwa 20 Regionalzüge und 2 Güterzüge. Nach dem Ausbau sollen es 36 Regional- und 34 Güterzüge werden – fast die Hälfte davon in der Nacht. Die Modernisierung umfasst die Elektrifizierung der Strecke, digitale Signaltechnik und eine Geschwindigkeitserhöhung von 80 auf 100 km/h.

Soltau hat klare Forderungen gestellt, um die Belastungen für Anwohner zu verringern. Oberste Priorität hat der Lärmschutz: In allen Wohnräumen, die zur Amerikalinie liegen und wo Schallschutzwände nicht möglich sind, werden schalldichte Fenster gefordert. Die Stadt besteht zudem auf die Einhaltung der Lärmrichtwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie auf aktive Maßnahmen wie Lärmschutzwälle. Alle angrenzenden Gemeinden arbeiten zusammen, um sicherzustellen, dass ihre Anforderungen in die Planung einfließen. Soltau betont, dass die Bedingungen einer nachhaltigen und wohnfreundlichen Entwicklung dienen sollen. Bis Ende Dezember müssen die Forderungen an die Bundesagentur für Arbeit übermittelt und Vorschläge für die parlamentarische Prüfung ausgearbeitet werden. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für etwa 2035 vorgesehen.

Der Ausbau der Amerikalinie wird die Kapazitäten für Güter- und Personenverkehr auf einer zentralen Verkehrsachse deutlich erhöhen. Soltau und die umliegenden Gemeinden setzen sich nun dafür ein, dass Lärmschutzmaßnahmen vor Baubeginn verbindlich festgeschrieben werden. Die endgültigen Vorschläge müssen bis Dezember vorliegen, um den langfristigen Zeitplan des Projekts einzuhalten.