SPD-Politikerin Rasha Nasr diskutiert Apothekenreform mit Dresdner Apotheker vor Bundestagsdebatte
Catrin KabusSPD-Politikerin Rasha Nasr diskutiert Apothekenreform mit Dresdner Apotheker vor Bundestagsdebatte
SPD-Politikerin Rasha Nasr besuchte kürzlich die Knut-Apotheke in Dresden, um sich ein Bild von den täglichen Herausforderungen lokaler Apotheken zu machen. Der Besuch erfolgt vor den entscheidenden Debatten über den geplanten Apothekenreformgesetzes der Bundesregierung, das am 27. Februar 2026 in erster Lesung im Bundestag eingebracht wurde. Nasr, die selbst keine fachliche Vorbildung in Gesundheitspolitik besitzt, traf sich mit Apothekeninhaber Michael Gäbe, um Bedenken gegenüber den Reformplänen zu erörtern.
Das vorgesehene Apothekenreformgesetz zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken zu verbessern und gleichzeitig ihr Leistungsspektrum zu erweitern. Künftig könnten Apotheken Impfungen anbieten, bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Verordnung abgeben und Filialen leichter in unterversorgten Regionen eröffnen. Zudem soll es möglich werden, eine Apotheke zu zweit zu leiten. Kritiker aus Ärzteverbänden und medizinischen Fachgesellschaften warnen jedoch, dass diese Änderungen die ärztliche Autorität untergraben und die Patientenversorgung gefährden könnten.
Während des Besuchs lag der Fokus von Nasr und Gäbe auf dem im Reformgesetz vorgesehenen Vergütungssystem. Gäbe betonte, dass ohne faire Anpassungen der Apothekengebühren die Qualität der Versorgung leiden werde. Zudem hob er die wichtige Rolle von Apotheken als erste Anlaufstellen im Gesundheitswesen hervor – etwa bei der Vermeidung gefährlicher Wechselwirkungen von Medikamenten oder der Entlastung anderer medizinischer Einrichtungen.
Gäbe äußerte auch Bedenken hinsichtlich des Fachkräftemangels: Eine Ausweitung der Aufgaben für Pharmazeutisch-technische Assistenten ohne gleichzeitige Lösungen für die Personalengpässe könnte die Servicequalität beeinträchtigen. Er forderte stärkere wirtschaftliche Unterstützung und mehr berufliche Verantwortung für Apotheker. Nasr nahm diese Punkte aufmerksam zur Kenntnis und versprach, die Anliegen der Apotheker an die Berliner Politik weiterzugeben.
Der Gesetzentwurf zur Apothekenreform wird nun weiter im Bundestag beraten; in den kommenden Wochen sind intensive Diskussionen zu erwarten. Während Apotheker und medizinische Verbände in zentralen Fragen – etwa zu Vergütung, Personal und erweiterten Dienstleistungen – weiterhin uneins sind, wird das Ergebnis maßgeblich prägen, wie Apotheken künftig arbeiten und sich in das Gesundheitssystem einfügen.






