Streit um Gasförderung: Deutschland und Niederlande planen umstrittenes Nordsee-Projekt
Alex TintzmannEin Gasabbauabkommen in der Nordsee - Was steckt drin? - Streit um Gasförderung: Deutschland und Niederlande planen umstrittenes Nordsee-Projekt
**Ein Abkommen zur Gasförderung auf See – was steckt dahinter?
Ein Abkommen zur Gasförderung auf See – was steckt dahinter?
- Dezember 2025
Deutschland und die Niederlande haben einen Vertrag unterzeichnet, um gemeinsam ein grenzüberschreitendes Gasfeld in der Nordsee zu erschließen. Das noch nicht ratifizierte Abkommen regelt die Aufteilung der Reserven sowie künftige Bohrungen in der Nähe der Insel Borkum. Doch Umweltschützer leisten Widerstand: Sie warnen vor Risiken für das marine Ökosystem und stellen den Bedarf an zusätzlichem Gas infrage.
Das Gasfeld liegt an der Seegrenze beider Länder im Wattenmeer. Der niederländische Konzern One-Dyas fördert dort bereits Gas und möchte seine Aktivitäten auf den deutschen Sektor ausweiten. Um dies zu ermöglichen, einigten sich beide Staaten auf einen rechtlichen Rahmen für die gemeinsame Förderung.
Nun müssen der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung dem Deal zustimmen. Eine entscheidende Abstimmung im Bundesrat steht für Freitag an, bei der die Abgeordneten über das Umsetzungsgesetz beraten. Wird das Abkommen verabschiedet, ebnet es den Weg für weitere Bohrungen und sichert zusätzliche Gaslieferungen für deutsche Verbraucher – der Energieversorger EWE hat bereits einen Vertrag über den Zusatzbedarf unterzeichnet.
Doch der Widerstand bleibt massiv. Umweltorganisationen wie Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben Klage gegen die Förderpläne eingereicht. Sie argumentieren, das Projekt gefährde empfindliche Meeresökosysteme, und werfen der Bundesregierung vor, in den Verhandlungen zu viele Zugeständnisse gemacht zu haben. Eine gerichtliche Entscheidung über die Klagen steht noch aus.
Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den deutschen Abgeordneten und den Gerichten. Bei einer Ratifizierung würde das Abkommen die Gasförderung in der Nordsee ausweiten. Doch rechtliche Auseinandersetzungen und ökologische Bedenken könnten die Pläne noch verzögern – oder sogar ganz stoppen.