Streit um Hochgeschwindigkeitsstrecke: Hamburg und Hannover uneins über DB-Projekt
Alex TintzmannStädte fordern neuen ICE-Spurt zwischen Hamburg und Hannover - Streit um Hochgeschwindigkeitsstrecke: Hamburg und Hannover uneins über DB-Projekt
Bürgermeister und Vertreter aus Hamburg, Hannover und Lüneburg setzen sich für den Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hamburg und Hannover ein. Die geplante Trasse soll die Reisezeiten deutlich verkürzen und die Verkehrsanbindung in Norddeutschland verbessern. Doch bereits jetzt gibt es unter den regionalen Führungskräften Uneinigkeit über die Notwendigkeit des Projekts.
Laut den Plänen der Deutschen Bahn würde die neue Strecke die ICE-Fahrtzeit zwischen Hamburg und Hannover von derzeit 79 auf 59 Minuten reduzieren. Zudem sollen kleinere Städte wie Soltau und Bergen besser an die großen Ballungsräume angebunden werden. Befürworter wie Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks argumentieren, dass eine bloße Sanierung der bestehenden Strecke die Regionalverbindungen verschlechtern und den künftigen Bedarf nicht decken würde.
Die Stadt und der Landkreis Lüneburg widersprechen jedoch der Darstellung, es gebe einen regionalen Konsens zum Projekt. Sie stellen eine Entscheidung aus dem Jahr 2015 infrage, auf die sich die niedersächsische Landesregierung nun berufen will, um stattdessen den Ausbau der bestehenden Infrastruktur zu rechtfertigen. Während Bundesverkehrsminister Patrick Schneider (CDU) die Pläne der Deutschen Bahn als "entscheidenden Schritt für das Schienennetz in Norddeutschland" unterstützt, lehnt die CDU-Führung in Niedersachsen einen Neubau ab. Sie hält die Modernisierung der bestehenden Strecke für die praktikablere Lösung. Trotz dieser unterschiedlichen Positionen bezeichnen die Befürworter die neue Verbindung als "unverzichtbar", um die Kapazitäten und Effizienz des Schienenverkehrs in der Region zu steigern.
Die Diskussion um die Hamburg-Hannover-Strecke zeigt, wie unterschiedlich die Prioritäten von Bund, Ländern und Kommunen bei Infrastrukturvorhaben sein können. Sollte das Projekt realisiert werden, würde es die Reisezeiten spürbar verkürzen und kleineren Gemeinden besseren Zugang verschaffen. Vorerst hängt die Zukunft der Strecke jedoch davon ab, ob die widerstreitenden Auffassungen über die Investitionen in die Infrastruktur überbrückt werden können.